Bushcraft für Anfänger

Bisher wurde die Definition von Bushcrafting erläutert. Anschließend wurden die Sinnhaftigkeit einer Reise als Bushcrafter und dessen Vorteile aufgezeigt. In diesem Artikel geht es nun darum, einen Anfänger so vorzubereiten, dass der Einstieg ins Bushcrafting bestens gelingt.

Du bist noch nicht auf dem aktuellen Stand? Dann lies dir zuerst diesen Artikel durch:

Bushcraft – Die Definition

Schon gelesen? Dann geht’s hier jetzt mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einstieg ins Bushcrafting weiter.

 

Schritt 1:

Richtige Ausrüstung/Equipment wählen

Im Internet und in Outdoorgeschäften findest du unzählig viele Anbieter von verschiedenen Ausrüstungsgegenständen, die du in diesen und jenen Situationen eventuell gebrauchen könntest. Wenn du dir all diesen Kram kaufen möchtest, dann gibst du einerseits ein Vermögen aus und andererseits kannst du dir sicher sein, dass dein Rucksack viel zu schwer sein wird, um ihn mehrere Stunden auf dem Rücken zu tragen. Insbesondere als Anfänger brauchst du dir dementsprechend nicht jeden Ausrüstungsgegenstand zu kaufen.

Schließlich könnte es sein, dass dir das Bushcrafting gar nicht langfristig gefällt.

Deshalb solltest du im Vorfeld nicht unnötig viel Geld ausgeben.

Stattdessen nimm dir lieber eine alte Decke und/oder Isomatte als Unterlage, eine alte Plane als Regendach und einen Schlafsack mit. Für den Anfang reichen diese Gegenstände bereits aus, um erste Erfahrungen im Bushcrafting zu machen.

Selbst gebaute Unterkünfte (engl.: Shelter), zum Beispiel aus Ästen und Laub, gehören nicht ins Repertoire eines Anfängers. Das kannst du lernen, sobald du ein Gefühl fürs Bushcrafting bekommen hast.

Wenn du bereits erste Erfahrungen gemacht haben solltest, dann schau dir doch mal meine persönliche Packliste an. Ich reise übrigens des Öfteren mit Hängematte und Tarp. Vielleicht wär das ja auch etwas für dich.

 

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Schritt 2:

Grundlegende Kenntnisse erlangen

An erster Stelle stehen hierbei die rechtlichen Aspekte. Offiziell ist das wilde Campen sowohl in Deutschland als auch in vielen anderen Ländern verboten. Das wilde Zelten stellt in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Lies dir diesbezüglich diesen Artikel durch.

Darüber hinaus sind einige wichtige Aspekte bei der Wahl des Nachtlagers zu beachten. Nicht jeder Platz eignet sich zum Schlafen. Manche Plätze haben Vor- und Nachteile. Tiefgründiges Expertenwissen ist für den Anfänger nicht nötig. Eine Übersicht mit den wichtigsten Kenntnissen findest du hier.

Ach übrigens: Ein detaillierter Artikel, wie du das perfekte Nachtlager findest, ist in Planung. Um keine neuen Artikel zu verpassen, folge Treat of Freedom am besten direkt auf Facebook.

 

Schritt 3:

Konkrete Vorbereitungen treffen

Du bist wild entschlossen, deine erste Bushcrafting-Tour anzutreten? Prima! Morgen soll es losgehen? Noch besser! Dann mal ran an die Vorbereitungen.

Insbesondere bei Anfängern ist zu empfehlen, die erste Tour als Bushcrafter so zu gestalten, dass du die möglichst besten Umstände antriffst.

Heißt im Klartext:

  • Nimm genügend Trinkwasser mit, sodass du dich unterwegs nicht um die Trinkwasseraufbereitung kümmern musst.
  • Nimm ein paar Brote mit, damit du auch ohne Feuer etwas zu Essen bekommst.
  • Informiere dich im Vorfeld über den Wetterbericht, damit du weder bei Regen, noch bei glühender Hitze unterwegs bist.
  • Such dir einen Wald in der Nähe deines Zuhauses. Im Notfall ist die Distanz nicht zu groß, um zurückzukehren oder dir helfen zu lassen. Außerdem sorgt es für ein beruhigendes Gefühl, wenn du weißt, dass deine Freunde und Verwandte nicht allzu weit entfernt sind.

Mit der Zeit lernst du, wie du mit widrigen Umständen umgehen musst. Dann bist du auch gegen schlechtes Wetter bestens gewappnet. Für einen Anfänger sind widrige Umstände allerdings weitestgehend zu vermeiden, um nicht direkt auf der ersten Tour abgeschreckt zu werden und sich im Anschluss nie wieder ans Bushcrafting heranzuwagen.

Auf der ersten Tour geht es vor allem darum, erste Erfahrungen zu machen, neue Eindrücke kennenzulernen, auftretende Ängste zu überwinden und – dass allerwichtigste – Spaß dabei zu haben. Bei vielen Menschen ist es nämlich so, dass eine Nacht im Wald sehr schnell schlaflos enden kann, weil durch die ständige Angst kein Auge zugetan wird. Die neuen Geräusche, die im Wald des Öfteren auftreten, bringen die Fantasie unseres Gehirns auf Hochtouren.

Wenn du Angst hast, eine Nacht alleine im Wald zu verbringen, dann möchte ich dir diesbezüglich in diesem Artikel helfen, deine Ängste abzulegen.

 

Schritt 4:

Geplantes Vorhaben in die Tat umsetzen

Es ist ein Leichtes, sich im Kopf alle Dinge zurechtzulegen und zu träumen. Doch dies allein reicht nicht, um deine erste Tour endlich zu verwirklichen. Dafür musst du aktiv werden. Dich aufraffen. Den ersten Schritt wagen.

Dabei solltest aufhören zu zweifeln, ob irgendetwas schiefgehen kann oder dass nicht der richtige Moment dafür ist.

Anfängliche Unsicherheit ist okay, aber du entwickelst dich weiter, wenn du diese Unsicherheit aushältst.

Es wird sowieso anders kommen, als du es dir vorgestellt hast. Einige Dinge, die du auf die leichte Schulter genommen hast, sind doch recht kompliziert. Andere Dinge hingegen, über die du dir im Vorfeld den Kopf zerbrochen hast, sind doch im Grunde nur Kleinigkeiten.

 

Schritt 5:

Neue Erfahrungen und Eindrücke analysieren

Als Anfänger im Bushcrafting sind Fehler völlig normal. Es ist nunmal noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aus diesen Fehlern gilt es zu lernen, um sie nicht noch einmal zu machen.

Typische Fehler sind:

  • Der Rucksack ist zu schwer
  • Die Schuhe sind nicht eingelaufen
  • Die Entfernungen wurden unterschätzt
  • Das Nachtlager wurde schlecht gewählt
  • Das Regendach wurde nur halbherzig gespannt
  • Das Feuerholz ist nicht ausreichend
  • usw.

Bereits während deiner Tour oder spätestens danach werden dir Dinge auffallen, die nicht ganz optimal sind. Dinge, die dich irgendwie stören. Dinge, die du bei der nächsten Tour besser machen kannst.

Wenn du dir Gedanken darüber machst, was genau du verbessern kannst, wirst du beim nächsten Mal bessere Ergebnisse erzielen. Trotzdem kann es sein, dass du beim nächsten Mal weitere Dinge entdeckst, die du verbessern könntest. Und so geht es immer weiter. Jedes Mal kannst du ein paar Kleinigkeiten optimieren.

Und schon nach kurzer Zeit wirst du merken, dass du längst kein Anfänger mehr bist, sondern schon ein gestandener und erfahrener Bushcrafter.

Viel Spaß bei deinem Abenteuer!

 

Hast du noch weitere Fragen zum Thema Bushcrafting? Schreib sie doch einfach in die Kommentare!

4 Comments Bushcraft für Anfänger

  1. Dirk 15. Oktober 2016 at 1:11

    Tolle Einstiegshilfe,
    werde deine Tipps mit Sicherheit berücksichtigen.
    Drücke mich mal so aus, man sollte seine Kids von der Playstation usw wech kriegen,
    und die Natur als Stadtfamilie zu schätzen wissen und Lernen mit ihr um zu gehen.

    Werde mich Intensiv mit Bushcraften beschäftigen,
    Kids freuen sich auch schon mit wenig viel zu erreichen.

    Gruss aus Dortmund

    Reply
    1. Tobi 19. Oktober 2016 at 15:34

      Hi Dirk,
      vielen Dank für deinen Kommentar und ich finde deine Einstellung super!
      Kiddies sollten tatsächlich nicht rund um die Uhr auf Tablets und Fernseher starren.
      Ich wünsche euch auf jeden Fall schonmal sehr viel Spaß draußen in der Natur. 😉

      Liebe Grüße nach Dortmund,
      Tobi

      Reply
      1. Kim 21. Oktober 2016 at 0:56

        Moin! Klingt ja alles ganz Fein,aber wo in Deutschland kann man sowss denn machen wenn es nicht legal ist?

        Reply
        1. Tobi 24. Oktober 2016 at 14:31

          Hi Kim,
          vielen Dank für deinen Kommentar und die damit verbundene Frage!
          Bushcraft bzw. die meisten der „typischen“ Bushcraft-Fertigkeiten sind überall in Deutschland legal. Lediglich beim Feuermachen, der Jagd nach (Wild-) Tieren und beim wilden Zelten begehst du eine Rechtswidrigkeit. Alle anderen Formen der Übernachtungen beispielsweise unter freiem Himmel, in selbstgebauten oder natürlichen Unterständen sowie unter einem Tarp sind legal.

          In erster Linie geht es als Anfänger aber nicht darum, sofort alle Fertigkeiten zu meistern, sondern vielmehr darum, ein Gefühl für die Natur zu bekommen. Dazu gehören auch eine gewisse Orientierung im Gelände, eine entsprechende Trittsicherheit auf schwierigerem Untergrund, ein Gefühl für all die Geräusche da draußen und insbesondere ein Gefühl dafür, dass es auf dieser Welt eine Menge Aktivitäten gibt, die eben kein Geld kosten (Stichwort: Konsumgesellschaft).

          Also einfach mal raus und ausprobieren.

          Und was das Zelten angeht: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“
          Aber das weißt du nicht von mir. 😉

          Liebe Grüße,
          Tobi

          Reply

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