Erkenntnisse, die du bei deinen Wanderungen haben wirst

Eine Wanderung ist gleichzeitig eine Reise zu sich selbst. Unabhängig davon, wie viele Kilometer du bei deiner Wanderung zurücklegst, gibt dir jede Wanderung die Möglichkeit, mit sich selbst ins Reine zu kommen, zu genießen und vom stressigen Alltag abzuschalten. Wichtig ist dabei, dass du dich selbst befreist von negativen Gedanken, die dich im Alltag verfolgen. Gedanken, wie zum Beispiel “Zuhause muss ich dies noch erledigen” und “Danach sollte ich jenes noch machen”, können bei deiner Wanderung getrost Zuhause bleiben.

Wenn es dir gelingt, die unwichtigen Gedanken aus deinem Kopf zu bekommen und neuen Platz für schöne, glückliche Momente zu schaffen, bist du auf dem besten Wege, ein erfülltes Leben zu führen.

 

Der Duft der Wälder belebt die Sinne

Vor einigen Jahren gab es den Mythos, dass frische Luft müde macht. Das ist natürlich Unfug. Es kann durchaus sein, dass du nach deiner Wanderung müde bist, aber das liegt nicht an der frischen Luft oder einem erhöhten Sauerstoffgehalt, sondern an der Bewegung.

Müde hingegen macht uns die kohlenstoffdioxidreiche Luft in unserem Alltag. Heizungsluft, stickige und ungelüftete Büro- und Klassenräume, Industrieluft, Autoabgase – nur um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Diese stickige Luft macht uns müde, träge und faul. Der ganze Kreislauf des Körpers fährt herunter.

Anders draußen in der Natur. Du kannst förmlich spüren, wie dein ganzer Körper mit positiver Kraft durchdrungen wird, wenn du die frische Waldluft tief einatmest.

Diese Erkenntnis ist im Grunde jedem klar, doch eine Wanderung ruft genau diese oft vergessende Erkenntnis wieder in Erinnerung.

 

Bewegung macht warm – auch draußen

Wer rastet, der rostet … und friert. Bewegung hingegen macht und hält warm.

Diese Erkenntnis ist vor allem für diejenigen Wanderer wichtig, die sich vor der Tour in ihre dickste Winterjacke hüllen und bereits nach 10 Minuten merken, dass es viel zu warm ist.

Dies soll natürlich nicht bedeuten, dass kältere Temperaturen unterschätzt werden dürfen oder auf eine Jacke verzichtet werden kann, aber die dickste Winterjacke sollte überdacht werden.

Mir persönlich reicht in den meisten Fällen meine Fleecejacke, die ich – sollte es zu warm werden – um meine Hüfte binden kann. Ergänzend hilft ein leichter und dünner Windbreaker für kältere Temperaturen.

 

Handy und WLAN sind nicht das Wichtigste im Leben

Langeweile? Klar, Facebook checken. Oder FarmVille zocken. Ähmm … keine gute Idee.

Draußen in der Natur, wo du deine Urinstinkte aktivierst und körperlich aktiv wirst, geraten unwichtige Dinge wie Facebook und Co. in Vergessenheit.

Wer seine Facebook- oder WhatsApp-Sucht bereits erkannt hat, aber kein Gegenmittel oder keinen Ausweg kennt, der sollte einfach mal ein paar Tage wandern gehen.

Und wenn du dich für eine Wanderung entschließt, könntest du das Handy probeweise mal zu Hause lassen. Dies hat den Vorteil, dass du das Handy weder verlieren kannst, noch um den Akku kümmern musst.

Und wenn du dein Handy dennoch mitnehmen solltest, dann werden Facebook und Co. allenfalls zum Teilen der tollen Naturfotos benutzt oder um deinen Freunden und Verwandten von deinen tollen Erfahrungen zu berichten.

 

Die Heimatregion ist schöner als gedacht

Diese Erkenntnis kam mir selbst erst letztes Jahr (Herbst 2014). Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich immer, ich müsse in andere Länder oder mindestens nach Süddeutschland reisen, um schöne Naturwanderwege zu erreichen und zu genießen.

Stattdessen gibt es unmittelbar in näherer Umgebung von meinem Zuhause in Norddeutschland einige schöne Trails, von denen ich bis dahin nur sehr wenig gehört hatte.

Übliche Sätze wie “Das ist alles so weit weg!” oder “Dafür habe ich kein Geld!” sind daher – wie so oft – nur sinnlose Ausreden, um sich selbst eine scheinheilige Begründung zu erschaffen, nicht aktiv zu werden.

Hier erfährst du, wie du tolle Wanderwege in deiner Umgebung findest.

 

Der Rucksack ist immernoch zu schwer

Der wohl typischste Fehler bei Wanderanfängern: das Gewicht des Rucksacks.

Die meisten Wanderer haben bei ihren ersten Touren zu viel Gepäck dabei, den sie niemals benötigen werden. Und selbst nach der anschließenden Gewichtreduzierung befindet sich bei der zweiten Tour weiterhin zu viel im Gepäck. Und so weiter.

Die Gewichtoptimierung des Rucksacks ist ein Prozess, den jeder Wanderer leider auf die harte Art und Weise nach und nach erlernen wird.

 

Schlechtes Wetter ist überschätzt

Uns Deutschen geht es einfach zu gut. Anders kann ich mir nicht erklären, warum so häufig ein Groll gegen schlechtes Wetter gehegt wird. Ein bisschen Wind, ein bisschen Regen, na und?

Regen ist doch letztlich nur Wasser – ähnlich wie unter der Dusche. Auch dieses Wasser trocknet wieder.

Natürlich lassen sich die wenigsten Menschen gerne freiwillig nassregnen, aber der Regen sollte in keiner Weise eine totale Blockade auslösen, überhaupt aus dem Haus zu gehen, und erst recht nicht der entscheidende Grund dafür sein, schlechte Laune aufgrund des Wetters zu haben.

Ist es denn überhaupt das schlechte Wetter, das für die schlechte Laune und das unermüdliche Jammern verantwortlich ist?

Wenn es im Sommer regnet, wird gejammert, dass wir keinen “richtigen” Sommer haben. Wenn der Sommer Rekordtemperaturen knackt, dann wird gejammert, dass es zu heiß ist. Im Winter wird gejammert, wenn die Temperaturen für mehrere Tage unter dem Gefrierpunkt liegen und selbst der Gang zum Briefkasten im dicken Wintermantel erfolgen muss. Aber wenn Weihnachten kein Schnee fällt, passt es den Menschen auch wieder nicht.

Noch einmal die Frage: Ist es denn überhaupt das schlechte Wetter, das für die schlechte Laune und das unermüdliche Jammern verantwortlich ist? Oder ist es doch eher das eigene, unglückliche, fremdbestimmte Leben, welches sich natürlich niemand selbst eingesteht und es doch einfacher ist, den Schuldigen beim Wetter zu suchen?

 

Auch fremde Menschen können grüßen

In der Stadt fällt auf, dass die meisten Menschen uninspiriert auf den Boden starren und wie wandelnde Leichen dahertrotten. Ein ‘Hallo’ oder ‘Guten Tag’ auf der Straße zu hören, hat die gefühlte Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns.

Das komplette Gegenteil ist beim Wandern in der Natur der Fall. Ein freundlich lächelnder Blickkontakt ist genauso üblich wie eine nette Begrüßung. Selbst diejenigen, die ihre Zähne nicht auseinanderbekommen, haben ein begrüßendes Nicken parat.

Diese Erkenntnis ist möglicherweise mein persönlicher Favorit, denn sie zeigt uns, dass die Welt nicht so verdorben und böse ist, wie sie uns tagtäglich in den Medien und in den Nachrichten gezeigt wird. “50 Millionen Deutsche haben eine gute Tat vollbracht” wäre keine gute Schlagzeile in den Nachrichten – zumindest nicht langfristig. Aber wenn irgendein Spinner ein Auto anzündet oder einen Handyladen plündert, geht das durch alle sozialen Kanäle.

Gedenke der Opfer, aber behalte den Fokus auf die schönen und positiven Aspekte im Leben, anstatt dich von Angst und Terror einnehmen zu lassen.

 

Es ist ein schönes Gefühl, im Einklang mit der Natur zu sein

Da diese Liste mit den aus meiner Sicht wichtigsten Erkenntnissen, die du bei deinen Wanderungen haben wirst, nicht mit Hass enden soll, folgt nun zum Abschluss noch ein bisschen Liebe.

Liebe zu sich selbst. Liebe zu anderen Menschen. Liebe zu den Tieren. Liebe zu den Pflanzen. Zusammengefasst: Liebe zur Natur.

Denn wer beim Wandern nicht nur stur geradeaus läuft, sondern bewusst auf seine Gefühle achtet, wird eine sehr heimische Atmosphäre vorfinden.

Hast du beim Wandern jemals ganz bewusst deine Füße wahrgenommen? Exakt in diesem Moment, wenn du dich auf deine Füße konzentrierst und das Gefühl jeden Schritt und jede Bewegung genau erkennt? Nein? Probiere es bei deiner nächsten Wanderung aus. Konzentriere dich bewusst auf deine Füße und blende alles andere aus. Am besten startest du mit der Fokussierung ganz zu Beginn deiner Wanderung und nicht erst am Ende, wenn die schmerzenden Füße von allein auf sich aufmerksam machen. Ich bin mir sicher, dass du bei dem Fokus auf deine Füße eine enorme Kraft, Standfestigkeit und Verbundenheit zur Natur empfinden wirst.

Die gleiche Methodik kannst du anschließend bei deinen Fingerspitzen, deiner Wirbelsäule und deiner Atmung wiederholen.

Willkommen im Hier und Jetzt.

 

 

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.