Lanzarote: Individuelle Reiseroute und Sehenswürdigkeiten für Naturliebhaber

Wer auf der kanarischen Vulkaninsel Lanzarote nicht nur am Strand oder am Pool relaxen, sondern auch die Natur kennenlernen und genießen möchte, ist gut beraten, sich vor Ort einen Mietwagen zu leihen und die Insel auf eigene Faust zu erkunden.

Denn anders als auf der Nachbarinsel Teneriffa, auf der der Vulkan Teide mit 3.718 Höhenmetern das absolute Highlight darstellt, gibt es auf Lanzarote nicht eine oder wenige herausragende Sehenswürdigkeiten, sondern eine Vielzahl kleiner Schätze, die es zu entdecken gilt.
Neben unterirdischen Höhlensystemen, weißen Stränden und mystischen Vulkanlandschaften wird Lanzarote insbesondere durch die kreativen Werke eines Mannes geprägt – César Manrique.

Um all diese Schätze zu entdecken, wird empfohlen, genügend Zeit mitzubringen, Lanzarote in eine nördliche sowie in eine südliche Hälfte aufzuteilen und mindestens eine Tagestour pro Hälfte einzuplanen. In der folgenden Übersicht möchte ich dir einen kleinen Einblick geben, welche Sehenswürdigkeiten vor allem die Naturliebhaber auf den jeweiligen Touren nicht verpassen sollten.

 

Die Südtour

Timanfaya National Park

Im Zentrum der Südtour steht zweifelsohne der Timanfaya National Park. Unzählige Krater und das scharfkantige Lavagestein sind schon auf dem Weg dorthin besonders auffällig. Angekommen im Park ist die gewaltige Kraft der Natur zu spüren, denn der kühle Wind der zunehmenden Höhenmeter bläst einem förmlich um die Ohren, zeitgleich ist der Boden durch die intakten Vulkane mollig warm. Eine kleine Vorführung auf einem der Gipfel zeigt, wie hoch die Temperaturen unterhalb der Oberfläche sind. Die abschließende Bustour rundet den Besuch ab, in der die scheinbar unendlichen Weiten der mondähnlichen Vulkanlandschaft deutlich werden, auf der mit Ausnahmen weniger kleiner Sträucher nahezu kein Leben existiert.

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GIF - Lanzarote Timanfaya - How to boil water ***

 

Los Hervideros

Ein weiteres Naturschauspiel offenbart sich an der nächsten Station der Südtour – die Los Hervideros. Hier traf damals die heiße Lava der Timanfaya in das kalte Wasser des Ozeans, kühlte ab und erstarrte zu einer bizarren Felsformation mit ausgespülten Lavablasen und -gängen.

Mit dem Mietwagen lässt sich auf dem benachbarten Parkplatz anhalten und ein kleiner Fußweg ermöglicht es, die Höhlen und Gänge genauer zu erkunden. Insbesondere bei rauer See soll der Anblick der hohen Wellen, die gnadenlos gegen die Felsen peitschen, noch spektakulärer aussehen, aber selbst bei ruhiger See sind die Los Hervideros definitiv einen Besuch wert.

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Lago Verde

Unweit der Los Hervideros befindet sich der sogenannte Lago Verde, ein grüner See, der sich am Fuße einer abgestürzten Kraterwand befindet und nur durch einen kurzen Strandabschnitt vom Meer getrennt wird. Gerüchten zufolge sind Vulkanmineralien und Mikroorganismen die Gründe für die grüne Farbe dieser Lagune.

Bei unserem Besuch ist die sonst olivgrüne Farbe leider nicht besonders dominant, aber einen deutlichen Unterschied zum Wasser des Atlantiks lässt sich dennoch erkennen.

(Leider hier nur Handyfotos)

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Playa Blanca & Papagayo

Wer einen kurzen Abstecher in die Hafenstadt Playa Blanca unternehmen möchte, findet insbesondere am Yachthafen namens Marina Rubicon einige nette und einladende Bars und Restaurants. Aber Achtung: Die Preise dort sind gesalzen.

Lanzarote - Playa Blanca - Marina Rubicon - Südtour - 01

Wer hingegen weiterhin die Natur genießen möchte, fährt direkt weiter zu den Playas de Papagayo. Insgesamt fünf Strände umringt von hohen Felsen laden zum Schwimmen, Schnorcheln, Sonnenbaden und Relaxen ein – nicht zuletzt wegen der goldgelben Farbe des Sandes und des klaren blauen Wassers.

Der Weg zu den Playas de Papagayo erfolgt allerdings nicht über die Hauptstraße, sondern offroad über eine Schotterpiste. Mit Schlaglöchern und anderen Unbegebenheiten sind demnach zu rechnen. Die Strände sind es aber allemal wert.

Mein Tipp: Insbesondere in den Sommermonaten kann es an den Stränden recht eng werden. Wer hier nicht den letzten freien Sandplatz in der Menschenmenge suchen möchte, sollte sich zwischen den Stränden an den Felsformationen umsehen. Hier gibt es einige einsame Plätze. Zwar ohne Sand, aber dafür mit Ruhe.

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La Geria

Nach der Zeit an den Stränden von Papagayo neigt sich der Tag langsam dem Ende entgegen und die Fahrt zurück zur Unterkunft steht bevor. Allerdings sollte hier nicht der direkte Weg gewählt werden, sondern einen Umweg durch La Geria. Denn – wer hätte es gedacht? – Lanzarotes Markenzeichen sind nicht etwa die Vulkane oder die Felsformationen, sondern der Wein.

Schon bei der Fahrt mit dem Mietwagen zu den einzelnen Stationen der Südtour fallen die mit Vulkanstein eingefriedeten Pflanzen auf. Bei diesen Pflanzen handelt es sich um die grünen Rebstöcke des Weinanbaus und der Wall aus Vulkanstein sorgt dafür, dass das Wasser des morgendlichen Taus gespeichert wird, um die Pflanze zu versorgen.

Weinkenner und -fans können hier Führungen durch die Anbaugebiete sowie Bodegas (Weinkeller) buchen. Uns jedoch genügte eine kleine Weinprobe, um die Tour gemütlich ausklingen zu lassen.

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Die Nordtour

Cactus Garden

Wer Lanzarote besucht, kommt um den Namen Cesar Manrique nicht herum. Insbesondere auf der Nordtour ist dieser Name des Mannes, der die Vulkaninsel mit seinen kreativen Werken geprägt hat, stets präsent. Seine letzte Kreation und gleichzeitig die erste Sehenswürdigkeit auf unserer Nordtour ist der Kaktusgarten.

Ob der Eintritt von 5,- Euro pro Person gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Aber wo sonst findet man Tausende verschiedene Kakteen auf so einem kleinen Raum? Schön fürs Auge ist der Kaktusgarten allemal und definitiv ein schöner Einstieg in die Nordtour Lanzarotes.

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Jameos del Agua

Das Wort Jameos stammt angeblich von den Ureinwohnern und bedeutet Höhle bzw. Hohlraum. Und genau damit beginnt diese Sehenswürdigkeit. Nach dem Abstieg über mehrere Naturtreppen sticht das glasklare Wasser eines unterirdischen Sees ins Auge. In diesem See lebt übrigens die sehr seltene Albino-Krebsart namens Munidopsis polymorpha, auch Mönchskrebs genannt.

Der unterirdische See ist aber nicht das einzige Spektakel der Jameos del Agua. Ein mit ebenfalls glasklarem Wasser gefüllter Außenpool, der als Motiv vieler Postkarten Lanzarotes dient, der unterirdische Konzertsaal sowie ein Museum runden diesen Besuch ab. Meine Empfehlung: Zeit lassen und genießen.

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Cueva de los Verdes

Mein persönlicher Favorit der Nordtour sind die Cuevas de los Verdes – ein etwa sieben Kilometer langer Lavatunnel, der vor 3000 bis 4500 Jahren bei einem Vulkanausbruch entstand und als der längste Lavatunnel der Welt gilt. Etwa ein Kilometer ist für Besucher begehbar.

Tägliche Führungen werden vor Ort ohne vorherige Buchung angeboten und offenbaren interessante Hintergrundinformationen, wie z. B. dass diese unterirdischen Tunnelsysteme, früher als Versteck vor Piraten und Sklavenhändlern genutzt wurden.

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Playa de Famara

Ähnlich wie bei der Südtour lassen wir unseren Nachmittag am Strand ausklingen. Jedoch mehr oder weniger als “Notlösung”, denn laut Karte gäbe es oben auf den Klippen des Playa de Famara einen spektakulären Aussichtspunkt. Leider haben wir die Zufahrt dieses mehr oder weniger Geheimtipps namens “Cliff top picnic area” nicht gefunden.

Aber – wie immer – positiv sehen: Unten am Strand ist es ebenfalls super.

Lanzarote - Playa de Famara - Nordtour - 01

 

Monumento al Campesino

Unsere Nordtour endet am geographischen Mittelpunkt der Vulkaninsel Lanzarote – am Monumento al Campesino. Selbstverständlich ist es ebenfalls eine Kreation von César Manrique. Das Monument ist ein Zeichen des Danks an die Bauern und steht für die Fruchtbarkeit der Insel.

Und wer den ein oder anderen Taler übrig hat, findet direkt neben dem Denkmal ein traditionelles Restaurant für Tapas und kühle Getränke.

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Das waren sie: die Nord- und die Südtour ganz individuell auf eigene Faust auf Lanzarote. Natürlich gibt es auf der gesamten Insel noch weitere Strände, Festungen oder auch Städte, die für einen Besuch lohnenswert sind. Genauso besteht die Möglichkeit mit der Fähre auf die Insel “La Graciosa” im Norden oder auf Fuerteventura im Süden überzusetzen. Hierfür sollte aber deutlich mehr Zeit und das entsprechende Kleingeld eingeplant werden.

Im Zuge der Nord- bzw. Südtour sind die angesprochenen Sehenswürdigkeiten meiner Ansicht nach ein fantastischer Mix aus Landschaft, Stränden und Kultur.

Meinungen dazu und weitere Tipps – wie immer – gerne unten in die Kommentare. 😉

2 Comments Lanzarote: Individuelle Reiseroute und Sehenswürdigkeiten für Naturliebhaber

  1. Tim 22. März 2017 at 9:00

    Hört sich total spannend an!
    Ich glaub da muss ich auch noch mal hin!

    Liebe Grüße

    Tim

    Reply
    1. Tobi 24. März 2017 at 4:51

      Jepp, lohnt sich! 😉

      Reply

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