5 grundlegende Wahrheiten über dein Outdoor-Gear

Eine vollständige Outdoor-Ausrüstung ist teuer. Schon für eine einzelne Erweiterung deiner Ausrüstung musst du mitunter tief in die Tasche greifen.

Wenn du dir all die Ausrüstungsgegenstände deiner “Wunsch”-Ausrüstung notierst, wirst du feststellen, dass du dabei weit über 1.000 Euro bezahlen müsstest. Kein Betrag für einen schmalen Geldbeutel.

Da stellt sich nun die Frage: “Bushcraft soll doch günstig sein – wie ist dies möglich, wenn allein die Ausrüstung einen Haufen Geld kostet?

Gute Frage. Zurecht.

Die Ausrüstung ist im Outdoor- und Bushcraft-Bereich ein riesiges Thema. Doch Fakt ist auch, dass jeder einmal klein anfängt. Sowohl mit den Kenntnissen als auch mit seiner Ausrüstung.

Egal, welche Ausrüstung irgendein bekannter Survival- oder Bushcraft-Experte heute besitzt. Seine oder ihre Ausrüstung wird notdürftig angefangen haben. Nicht mit dem besten Zelt, nicht mit dem besten Hobo, nicht mit dem besten Messer.

Jeder heutige Experte hat damals als Anfänger angefangen und seine ersten Erfahrungen gesammelt.

Wenn du derzeit noch ein Anfänger bist und wenige Erfahrungen im Outdoor-Bereich sammeln konntest, dann kann ich dich beruhigen:

Eine vollständige Ausrüstung ist für den Anfang nicht nötig.

Konzentriere dich am Anfang auf die Gegenstände, die du tatsächlich benötigst. Und dies ist in den meisten Fällen lediglich ein Schutz gegen Regen sowie gegen die Kälte. Dazu ein bisschen Proviant und schon kann die erste Tour beginnen.

Da aber das Thema der Outdoor-Ausrüstung ein allgegenwärtiges Thema ist, möchte ich dir in diesem Artikel die fünf wichtigsten Gründe nennen, warum du auch ohne oder mit wenig Ausrüstung in der Natur (über-) leben kannst.

 

1) Du brauchst nicht das teuerste und beste Outdoor-Gear

Wenn du schon einige Produkttests von mir gelesen hast, wird dir bei einigen Produkten ein recht hoher Preis aufgefallen sein.

Dies liegt daran, dass ich dir nur hochwertige Produkte empfehlen möchte. Und das hat einen ganz bestimmten Grund:

Hochwertige Produkte sind häufig mit recht hohen Preisen verbunden. Ich möchte allerdings nicht sagen, dass du in den nächsten Ramschladen XY gehen sollst, um Ramschprodukt YZ zu kaufen, welches dir zwar für den Moment genügt, aber dir langfristig keine Freude bereitet. Stattdessen möchte ich dir Produkte zeigen und empfehlen, die dir langfristig weiterhelfen können.

Für den Start brauchst du allerdings keine hochwertigen Produkte.

Nehmen wir als Beispiel das Messer. Dein Messer ist vielleicht nicht das teuerste und beste Outdoormesser auf dem Markt. Kein Problem. Dieses Messer genügt für deine ersten Touren.

Mach deine ersten Erfahrungen und du wirst merken, ob dein aktuelles Messer langfristig das richtige für dich ist oder ob du dir später ein besseres Messer kaufen möchtest.

Ein besseres Messer, bei dem du dann auch den Preis zu schätzen weißt.

 

2) Deine Ausrüstung muss nicht vollständig sein

Neben der Tatsache. dass du für deine Touren nicht die teuerste und beste Ausrüstung benötigst, brauchst du für deine ersten Touren keine vollständige Ausrüstung.

Vollständige Ausrüstung? Was ist denn überhaupt eine vollständige Ausrüstung?

Einige Bushcrafter reisen mit nichts als einem Messer und improvisieren rund um die Uhr, sei es über Müll in der Natur oder selbst gebauten und selbst geschnitzten Gegenständen.

Andere Bushcrafter reisen mit einer sehr umfangreichen Ausrüstung, um in jeder noch so schwierigen Situation im Gepäck eine Antwort zu finden.

Du allein entscheidest, was du machen möchtest. Bist du der absolute Minimalist oder bist du der mit dem großen Gepäck? Oder irgendwas dazwischen?

Und ich kann dich nochmal beruhigen. Dein Feeling als Bushcrafter wird keinesfalls beeinträchtigt, wenn du etwas mehr Gepäck mitnimmst.

Du bist der Bushcrafter, für den du dich entscheidest.

Sei, wer du willst. Genieße die Freiheit.

 

3) Lass dich nicht von Freunden und Experten beeinflussen

Ich selbst kenne es zu genüge. Freunde und Verwandte haben immer einen gut gemeinten Ratschlag auf den Lippen. Dieser Ratschlag ist und bleibt gut gemeint, doch leider ist dieser Ratschlag nicht immer das, was du in diesem Moment benötigst.

Meist hast du dich bereits jetzt mehr mit dem Thema Bushcraft und deiner ersten Tour beschäftigt als all deine gut meinenden Ratgeber. Entscheide du selbst, was gut für dich ist.

Genauso verhält es sich mit den Ratschlägen von Experten. Wenn du fünf verschiedene Experten befragst, wirst du mindestens sieben verschiedene Meinungen hören. Lass dich von ihnen beraten und inspirieren, aber niemals beeinflussen. Das ist ein enormer Unterschied.

Wie in vielen Situationen im Leben gibt es auch im Outdoor-Bereich selten eine 100-prozentig richtige Antwort. Kein Schwarz oder Weiß. Dazwischen liegen Tausende Grautöne.

In der Natur ist es wichtig, seinen eigenen Kopf zu benutzen und sich eigene Gedanken zu machen.

Also:

Inspirieren lassen: ja.
Beeinflussen lassen: nein!

Geh raus in die Natur und mach deine ersten Erfahrungen. Mit diesen Erfahrungen wirst du in Zukunft die Ratschläge besser einordnen und für dich nutzen können.

 

4) Weniger ist mehr

Dieser vierte Punkt geht einher mit einer vollständigen Ausrüstung. Viele Einsteiger machen den Fehler, am Anfang zu viel in den Rucksack zu stopfen. Gegenstände, die auf der Tour oder Reise niemals benötigt werden.

Genau diese Personen sind während der Tour diejenigen, die sich über schmerzende Schultern und üble Rückenschmerzen beklagen.

Wenn du Punkt 2 aufmerksam gelesen hast, dann ist dir das unterstrichene “etwas mehr Gepäck” aufgefallen. Etwas mehr Gepäck mitzunehmen bedeutet aber nicht, das komplette Badezimmer, fünf Paar Schuhe, neun Pullover und sieben Hosen einzupacken.

Insbesondere Anfängern möchte ich folgenden Merksatz mit auf den Weg geben:

Nimm so wenig mit wie möglich, aber so viel mit wie nötig.

Wenn du gerade frisch mit dem Bushcraften anfängst, dann sollen deine ersten Touren vor allem eines: Spaß machen.

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass Anfänger, die sich direkt mit der ersten oder zweiten Tour komplett überfordern und negative Erfahrungen machen, das Thema Bushcraft direkt wieder an den Nagel hängen. Das soll natürlich vermieden werden.

Lege die Prioritäten zu Beginn auf den Faktor Spaß. Einerseits, weil das Lernen neuer Fähigkeiten viel besser funktioniert, wenn du Spaß bei der Sache hast, und andererseits, weil du somit die Wahrscheinlichkeit erhöhst, dass das Bushcraften auch langfristig zu deinem Hobby, deiner Reisemethode oder sogar zu deinem Lifestyle wird.

 

5) Stelle dir deine persönliche Ausrüstung selbst zusammen

Ich erinnere mich noch gut an damals, als ich meine Ausrüstung zusammengestellt habe. Mit Zettel und Stift habe ich eine große Tabelle in einem DIN-A4-Block erstellt mit Produktnamen, Prioritäten und Kosten.

Das hat mir so viel Spaß bereitet, dass ich die Tabelle anschließend in eine Excel-Datei übertragen habe. (Warum ich die Tabelle nicht direkt mit Excel erstellt habe, kann wohl nur der liebe Gott beantworten.)

Immer dann, wenn ich wieder etwas Geld gespart habe, konnte ich mich selbst belohnen und ein weiteres Teil meiner Ausrüstung kaufen. Nach und nach wurde so meine Ausrüstung erweitert und jedes Mal war es ein tolles Gefühl.

Warum ich dir das erzähle? Das hat mehrere Gründe.

Glücksmomente sind etwas Tolles. Je mehr du von diesen Glücksmomenten hast, desto glücklicher bist du insgesamt in deinem Leben.

Sparen kann manchmal sehr einschränkend sein. Allerdings ziehen Einschränkungen das Gemüt nach unten – das Gegenteil von Glücksgefühlen ist der Fall.

Wenn du aber merkst, wofür du sparst, nämlich um deine Ausrüstung zu erweitern und deine nächsten Reisen und Touren zu ermöglichen, dann kann auch das Sparen für Glücksmomente sorgen.

Schon das Bewusstmachen, wofür du sparst, hilft dir bei der Zurückhaltung bei Disko- und Kinobesuchen, beim Fast-Food futtern und bei anderen nebensächlichen Dingen im Leben.

 

Noch einmal in Kürze zusammengefasst:

  • Für deinen Start brauchst du nicht das beste und teuerste Outdoor-Gear – schau nach, ob deine Verwandten, deine Freunde oder du selbst ein paar nützliche Ausrüstungegenstände besitzen.
  • Für deinen Start brauchst du keine vollständige Ausrüstung – Schutz gegen Kälte und anderen Wetterbedingungen sowie Proviant reichen völlig aus.
  • Lass dich von Experten inspirieren, aber niemals beeinflussen – benutze deinen eigenen Kopf.
  • Weniger ist mehr – nimm so wenig mit wie möglich, aber so viel mit wie nötig, denn es geht um Spaß und nicht darum, jemandem etwas zu beweisen.
  • Stelle deine Ausrüstung nach und nach selbst zusammen – Bushcraft beginnt im Kopf, nicht im Wald.

Viel Spaß bei deinem Abenteuer!

 

 

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