Hygiene und Körperpflege auf Reisen

Hygiene spielt auf Reisen eine sehr wichtige Rolle. Leider wird dies von einigen Leuten regelmäßig vergessen oder gar bewusst ignoriert. Der Gedanke, dass sich Bushcrafter und andere Outdoor-Begeisterte nicht um ihre Hygiene kümmern müssen und ihr zivilisiertes Verhalten zu Hause gelassen haben, ist grundsätzlich falsch.

Hygiene ist abgeleitet von Hygieia, der griechischen Göttin für Gesundheit, und bedeutet die „Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit“.

Wenn du auf deiner Reise motivationstechnische Schwierigkeiten hast, dich um deine Hygiene zu kümmern, dann solltest du immer daran denken, dass eine vernünftige Körperpflege direkt in Verbindung mit deiner Gesundheit steht. Und du möchtest doch wohl nicht krank werden auf deiner Reise.

Um also sicherzustellen, dass du auf deiner Reise gesund und munter bleibst, damit du deine Reise auch wirklich zu 100% genießen kannst, musst du dich zwangsläufig mit dem Thema der Hygiene auf Reisen auseinandersetzen. Mit den folgenden Tipps und Tricks bist du auf einem guten Weg.

 

Gruppendynamik

Wenn du alleine unterwegs bist, liegt es in deiner eigenen Verantwortung, an deine Hygiene zu denken. Erfahrungsgemäß ist ein einzelner, der nicht von seinen Freunden und Gefährten durch vermeintlich wichtigere Dinge abgelenkt wird, deutlich verantwortungsvoller in Bezug auf die Körperpflege. Doch wie verhält es sich in der Gruppe?

In einer Gruppe gibt es statistisch gesehen immer einen, der die Hygiene komplett ignoriert. Dieser eine besitzt unterbewusst die Fähigkeit, eine negative Gruppendynamik auf die gesamte Gruppe zu übertragen. Ganz nach dem Motto: “Wenn alle stinken, ist es nicht mehr so schlimm. Wie beim Knoblauch essen.”

Allerdings ist diese negative Gruppendynamik weder für den Einzelnen noch für die gesamte Gruppe in irgendeiner Art und Weise förderlich. Ganz im Gegenteil. Eure Gruppe wird ein wahres Paradies für Bakterien und Krankheitserreger. Bereits ein Erkrankter genügt und schon ist die Gefahr sehr groß, dass sich die Krankheit auf die gesamte Gruppe ausbreitet.

Du – als verantwortungsbewusster Bushcrafter – sollst dementsprechend eher eine positive Gruppendynamik erzeugen. Erkläre deinen Kumpels wie die Körperpflege im Outdoor-Bereich funktioniert und wie wichtig sie ist. Genauso kannst du aufzeigen, welche Folgen eine mangelhafte Hygiene haben kann. Vergiss sinnfreie Sprüche wie: “Es ist noch niemand erstunken, aber schon viele erfroren.” Zeige auf, wie einfach es ist, auch auf Reisen mit wenigen Hinweisen zur Hygiene, gesund zu bleiben. Und ganz wichtig: Gehe immer mit gutem Beispiel voran.

 

Schweiß und Feuchtigkeit

Beim Wandern bist du in Bewegung. Unabhängig davon, ob das Wetter gerade gut oder schlecht ist, wirst du durch die Bewegung beim Wandern und durch das Tragen des Gepäcks irgendwann anfangen zu schwitzen. Manch einer schwitzt mehr, manch anderer schwitzt weniger. Hohe Temperaturen erhöhen das Schweißtreiben drastisch.

Neben dem regelmäßigen Trinken, um das Wasser, das du beim Schwitzen verlierst, auszugleichen, ist es wichtig, verschwitzte Kleidung nach der Wanderung zu trocknen und sauber zu halten. Gerade die Stellen unter deinen Armen, der Genitalbereich, jegliche Haare an deinem Körper, die Füße und auch der Rücken, da wo sich dein Rucksack befindet, sind sehr schnell hoher Feuchtigkeit ausgesetzt.

Diese Feuchtigkeit – zeitgleich verbunden mit Wärme, die dein Körper ausstrahlt – ist ein wahrer Spielplatz für Bakterien und Ungeziefer.

Deshalb musst du darauf achten, dass du deinen Körper und deine Kleidung regelmäßig wäschst und trocknest. Wenn möglich, dann am besten täglich.

 

Wäsche waschen bei jeder Gelegenheit

Diese Weisheit klingt erstmal ziemlich abschreckend, aber mit ein wenig Erfahrung trifft sie voll und ganz zu. Der entscheidende Punkt ist, dass du nicht viele Gelegenheiten haben wirst. Auf deiner Reise wirst du nicht ständig Wasser finden, um deine Wäsche zu waschen.

Kostbares Trinkwasser willst und kannst du nicht benutzen. Zum Zähneputzen ist es okay, aber nicht um deine Unterwäsche, T-Shirts und schlammbedeckten Hosen zu waschen. Ein dreckiger Tümpel, in dem zahlreiche Mücken und andere Insekten nisten, wirst du ebenfalls nicht zum Waschen deiner Wäsche benutzen.

Ein sauberer Bach, Fluss oder größerer See kommt da schon eher in Frage. Und sowas wirst du nicht zu jeder Zeit finden können.

Dementsprechend ist es – wie in vielen Dinge in der Natur – wichtig, dass du vorausschauend reist und die Wäsche wäschst, wenn sich die Gelegenheit bietet.

 

Nutze die Sonne und den Wind

Wenn du kein Wasser findest, um deine Kleidung zu waschen, dann kannst du die Sonne und den Wind nutzen. Stark verschmutze Kleidung lässt sich so natürlich nicht reinigen, aber durchnässte Kleidung, egal ob vom Regen oder durch Schweiß, lässt sich so wunderbar trocknen. Darüber hinaus hat die Sonne antibakterielle Eigenschaften, die Keime und Bakterien sterilisieren, das bedeutet, dass sich die Erreger nicht weiter vermehren können.

 

Achte auf deine Füße

Wandern macht Spaß. Doch sobald du die erste Blase an den Füßen hast, ist der Spaß schnell verflogen. Den restlichen Tag wirst du durchstehen, obwohl dich jeder Schritt an die Blase erinnert. Aber spätestens am nächsten Tag wird das Wandern zur Qual.

Lass es nicht so weit kommen. Sobald du merkst, dass eine Blase entsteht, weil deine Schuhe oder Socken nass sind, bleibe stehen und trockne sie. Such dir einen geeigneten Platz zum Übernachten und laufe den restlichen Tag entweder in Badelatschen, Sandalen oder barfuß. Bleibe raus aus den dicken Tretern. Erst wenn alles wieder trocken ist, geht deine Wanderung weiter.

Fazit: Genauso wie die Trinkwasseraufbereitung und das Feuer machen gehört die Hygiene zu den wichtigsten Fähigkeiten, die du auf deiner Tour beherrschen musst. Eine vernünftige Hygiene hält dich gesund und sorgt für eine zufriedenstellende Reise. Beherzige diese Tatsache und lass dich nicht von eventuellen Hygiene-Ignoranten verleiten. Des Weiteren warte nicht bis all deine Klamotten aufgebraucht sind. Denn dann ist es bestimmt am regnen oder der Wind so stark, dass deine Klamotten eher wegfliegen als trocken zu werden. Reise vorausschauend und nutze die Gelegenheiten, die sich dir bieten.

2 Comments Hygiene und Körperpflege auf Reisen

  1. ursula 12. März 2016 at 21:04

    Ich habe alle Videos angesehen vom camino ,hat mir sehr gut gefallen.Ich habe schon andere Berichte gelesen und gesehen von Privatleuten die den Weg gegangen und per Fahrrad gefahren sind. Aber ich vermisse auch negative Erfahrungen.z.B.Herberge besetzt,weg nicht gefunden oder verlaufen keine gute wegbeschreibung.Das man dieHerberge nur eine Nacht benutzen darf. Das man halt noch viele km mehr läuft als angegeben.Würden Sie mir trotzdem den Weg empfehlen meines Alterswegens55

    Reply
    1. Tobi 15. März 2016 at 19:54

      Hi Ursula,
      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ja, auf jeden Fall. Die Jakobswege kann ich immer wärmstens empfehlen. Dafür kann man weder zu alt, noch zu jung sein. Wenn es irgendwo Hürden oder Barrieren gibt, dann ist das in den meisten Fällen Kopfsache.

      Negative Erfahrungen gibt es zwar auch, aber diese halten sich stark in Grenzen. Einige davon habe ich in den Videos angesprochen. Ein Verlaufen durch mangelnde Beschilderung ist möglich, meist helfen aber die Einheimischen. Ansonsten reicht ein gründlicher Blick in den Reiseführer.

      Das größte Problem sind tatsächlich die vollen Herbergen, sofern man nicht draußen schlafen möchte. Hier ist dann wahrscheinlich ein Handy sinnvoll, um morgens einen Platz in der nächsten Herberge zu reservieren. Die Telefonnummern stehen übrigens auch in meinem empfohlenen Reiseführer von Raimund Joos. Hier der Link zur Bestellung: http://treat-of-freedom.de/kuestenweg-reiseguide

      Ich hoffe, dass ich dir mit diesen Infos helfen konnte. Bei Rückfragen stehe ich dir natürlich gerne zur Verfügung.

      Liebe Grüße,
      Tobi

      Reply

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.