Lass dich nicht vom schlechten Wetter abhalten

Bei schwerstem Sturm, intensivem Schneetreiben oder unaufhörlichem Dauerregen mit Überschwemmungsgefahr bleibst du wahrscheinlich eher im trockenen und warmen Wohnzimmer. Das ist auch okay so. Jedoch solltest du nicht solange warten, bis draußen bei mindestens 30°C die Sonne ununterbrochen scheint.

Warum?

Dies hat mehrere Gründe.

 

Ausreden sind keine Begründungen

“Heute geh ich nicht in den Wald, weil alles nass ist.” Ausreden bringen dich nicht weiter. Wie so oft in unserem Leben stellt unser eigenes Gehirn die größte Hürde dar, wenn es darum geht, etwas Neues auszuprobieren. “Es könne ja dies passieren. Es könne ja jenes passieren.” Das Gehirn denkt sich alle möglichen Dinge aus, um das Losgehen und Loslassen zu unterbinden. Es sorgt für ein ungutes Gefühl.

An dieser Stelle hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du glaubst diesem Zeichen und interpretierst dies als Signal, doch lieber zu Hause zu bleiben, oder du bleibst stark und ziehst dein Ding trotzdem durch.

Wenn du stark genug bist, der Manipulation deines Gehirns zu trotzen, dann wird dein Handeln das ungute Gefühl bald wieder vertreiben. Und danach wirst du dich nur noch freuen, dass du den Schritt gewagt und neue Erfahrungen gemacht hast, die du in deinem Leben nie wieder vergessen wirst.

 

Hitze erschwert die Reise

30°C im Schatten, keine Wolke am Himmel, glühende Hitze. Während sich andere Menschen am Meer, am See oder im eigenen Garten sonnen und sich regelmäßig abkühlen, bist du – je nach Gepäck – mit etwa 15 Kilogramm auf dem Rücken unterwegs. Wenn du dich gerade im Gebirge aufhältst, überwindest du nebenbei noch mehrere Höhenmeter. Hier sind die warmen Temperaturen nicht mehr dein Freund. Ganz im Gegenteil. Schon nach kurzer Zeit sind deine Klamotten vom Schweiß durchnässt und deine Wasservorräte nehmen schnell ein Ende. Schwindelgefühl und Übelkeit sind dann die typischen Symptome einer Dehydrierung.

Ein erfahrener Bushcrafter wird es nicht soweit kommen lassen und bereits im Vorfeld die sich anbahnende Dehydrierung erkennen, doch ein Anfänger hat hier in den meisten Fällen seine Probleme.

Solltest du Schwindelgefühle und/oder Übelkeit feststellen, dann such dir schnell einen schattigen Platz und ruhe dich aus. Halte Ausschau nach einem größeren Felsen. Die Schattenseite des Felsens ist in der Regel recht kühl. Lehn dich an ihn, sodass deine Körpertemperatur leicht sinkt und du nicht so viel schwitzt.

 

Widrige Umstände trainieren Geist und Körper

Wenn du auf das “richtige” Wetter wartest, dann wirst du ewig warten. Gerade als Anfänger im Bushcrafting ist es völlig normal, das richtige Wetter nicht zu erkennen. Und weißt du warum?

Es ist jederzeit das richtige Wetter

Je härter die Widrigkeiten, desto besser ist das Training und desto wichtiger ist es, dass du die richtigen Lösungen in den jeweiligen Situationen findest.

Ein weiterer, sehr positiver Effekt ist, dass sich sowohl du als auch dein Körper an diese Umstände gewöhnen. Dies hat zur Folge, dass du dich nach und nach an die Begebenheiten in der Natur anpassen kannst. Bald ist ein harter Untergrund zum Schlafen oder ein unangenehmer Regenschauer nicht mehr so schlimm, denn du hast es schon deutlich schlimmer erlebt.

 

Worauf es wirklich ankommt

Gerade bei widrigen Umständen mit Regen und heftigem Wind lernst du, worauf du wirklich zu achten hast. Diese Erfahrungen sind goldwert.

  • Hast du den richtigen Ort für dein Nachtlager gewählt?
  • Sind deine Abspannleinen richtig befestigt?
  • Kann Regenwasser vernünftig ablaufen?
  • Tropft irgendwo Regenwasser in dein Nachtlager?
  • Hast du genügend Schutz vor der Kälte?

Du merkst bereits, dass die Vorbereitungen bei Tag deinen Komfort in der Nacht beeinflussen. Dementsprechend wichtig ist es, dass du deine Vorbereitungen für dein Nachtlager gründlich und gewissenhaft erledigst. Denn die Zeit, die du für eine vernünftige Vorbereitung aufbringen musst, ist deutlich geringer als die Zeit, die du benötigst, um am nächsten Tag eine mangelnde Vorbereitung zu korrigieren.

 

Die Auswirkungen auf die Moral

Insbesondere wenn du alleine unterwegs bist, aber natürlich auch im Team ist die Moral einer der entscheidenden Faktoren für eine erfreuliche und angenehme Reise. Eine “Kein-Bock-mehr”– oder “Ich gebe auf”-Stimmung durch schlechte Moral soll selbstverständlich vermieden werden.

Dauerhaftes Wandern bei Regen ist schlecht für die Moral. Die Kleidung und möglicherweise auch das Gepäck ist völlig durchnässt. Es ist kalt und du frierst.
Gönne dir also selbst regelmäßige Pausen, um deine Kleidung zu trocknen und dich aufzuwärmen. Ein Feuer hebt in der Regel die Moral. Ruhe dich aus und genieße die Natur. Schon bald wird es dir nicht nur besser gehen, sondern du lernst wie du mit diesen Umständen umgehen solltest.

Fazit: Gerade einem Anfänger fällt es schwer, das “richtige” Wetter zu erkennen. Häufig manipuliert das Gehirn das eigene Handeln durch die Entwicklung eines unguten Gefühls. Trotze dieser Manipulation und verwandle es in ein gutes Gefühl. Widrige Umstände sind das beste Training der eigenen Bushcraft-Fähigkeiten sowie der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Geh raus in die Natur und genieße die Freiheit. Auf geht’s.

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