Survival-Tourismus – Das Interview mit Laura und Dana

Survival-Tourismus ProfilbilderLaura und Dana sind Masterstudenten im Studiengang “Sporttourismus und Erholungsmanagement” an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Im Zuge einer Seminararbeit zum Thema “Survival-Tourismus” haben sie mir einige Fragen rund um Survival, populären Destinationen und eigenen Erfahrungen gestellt.

Das komplette Interview kannst du im Folgenden nachlesen.

 

Hi Tobi, wie alt bist du?

Ende Januar 2015 habe ich auf Kuba meinen 27. Jahrestag gefeiert.

 

Wie lange „betreibst“ du bereits Survival-Tourismus bzw. Reisen, die du unter diesen Begriff packen würdest?

Survival-Tourismus. Ehrlich gesagt finde ich den Begriff etwas seltsam.

Bei einem Touristen denke ich sofort an die typischen Hotel-Urlauber, die sich von vorne bis hinten verwöhnen lassen, wert auf guten und umfangreichen Service legen und dabei eine Menge Geld ausgeben.

Bei dem Begriff Survival wiederum schwingt bei mir immer ein Gedanke der Notsituation mit. Als wenn man sich dabei täglich von Würmern, Wildpflanzen und selbst erlegten Tieren ernähren müsste, bis endlich die lang ersehnte Rettung eintrifft. Meiner Meinung nach wird der Begriff Survival leider auch sehr inflationär verwendet. Das klischeehafte Bild eines “typischen” Survivalists ist grob beschrieben jemand, der olivgrün mit Flecktarnmuster bekleidet, mit Axt, Messer und Säge bewaffnet durch den Wald streift und sich von wilden Tieren und Kräutern ernährt. Dieses Bild ist natürlich völlig übertrieben und wenig real, wird aber in den Medien gerne immer wieder aufgegriffen.

Das Trampen gehört ja schließlich auch zu den Reisemöglichkeiten, um ein Land mit wenig Geld auf eigene Faust zu erkunden oder auch, um während seiner Reise längere Strecken von A nach B zurückzulegen. Und Trampen würde bestimmt niemand als “Survival” bezeichnen.

Zurück zur Frage: Meine erste Abenteuer-Tour war im Spätsommer 2009 als ein Kumpel und ich durch Norditalien gereist sind.

 

Wie würdest du für dich den Begriff „Survival-Tourismus“ oder auch „Survival-Urlaub“
definieren?

Urlaub und Tourismus würde ich gar nicht verwenden. In den Artikeln auf Treat of Freedom verzichte ich außerdem noch weitestgehend auf den Begriff Survival.

Abenteuerliche Individualreisen mit wenig Geld” trifft es ganz gut.

Wer dann noch auf (teure) Unterkünfte verzichtet, in wildem Camping eine gute Alternative sieht und dabei Fähigkeiten wie Feuer machen, Trinkwasseraufbereitung und Co. beherrscht, wird sicher auch noch irgendwo den Begriff “Bushcraft” mit einbauen.

Abenteuerliche und individuell geplante Bushcraft-Tour mit wenig Geld.” Das hört sich beinahe nach einem Pleonasmus an.

 

Wie sieht dein Lebenslauf bezüglich des Themas Survival-Tourismus aus? Was waren deine ersten Schritte?

Das Haus meiner Eltern steht direkt am Waldrand, d.h. schon als kleines Kind bin ich mit den Jungs aus der Nachbarschaft im Wald gewesen, um dort Butzen und Spielzeugwaffen zu bauen. Das Wort Butzen wurde mit dem Alter abgeschafft, heute würden wir sie als “Shelter” (deutsch: Unterschlupf) bezeichnen.

In der Jugend war ich dann bei einem Kurs des THW (Technisches Hilfswerk). Dort ging es um den richtigen Umgang mit Seilen und den Einsatz eines Seiles, um einen Abgrund zu überwinden. Das Feuermachen gehörte natürlich auch dazu und wie man ein Spiegelei auf einem Klappspaten brät. Tatsächlich sehr interessant und sicherlich auch lehrreich, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Möglichkeiten trotz weniger Ressourcen bestehen. Wer diese Möglichkeiten erkennen und für sich nutzen kann, hat bei abenteuerlichen Individualreisen einen großen Vorteil.

Meine erste richtige Individualreise war wie gesagt im Spätsommer 2009 in Norditalien und die erste Tour nach der Gründung von Treat of Freedom war im Mai 2014 im Harz.

 

Wie bist du vorher gereist?

Als Teenager war ich reisetechnisch sehr auf meine Eltern angewiesen und da stand das Hauptaugenmerk eher auf All-Inclusive in Hotelanlagen. So zum Beispiel auch in Nordafrika und in der Türkei. Da fliegt man schon so weit und bekommt doch nichts oder nur sehr wenig von dem Land und dessen Kultur mit. Sehr sehr schade.

Nach dem Abitur als junger Erwachsener ging es dann mit dem Abi-Jahrgang und diversen Sportmannschaften in die Partystädte von Bulgarien und Spanien. Obwohl ich diese Zeit und die dazugehörigen Erfahrungen nicht missen möchte, habe ich schnell bemerkt, dass das nicht die Reiseart ist, die ich mir mein Leben lang vorstellen kann. Und darum geht es auch nicht in meinem Blog.

 

Worum genau geht es kurz und knapp in deinem Blog?

Bei Treat of Freedom geht es um Individualreisen, Abenteuer und Bushcraft.

Ganz ohne Vorwissen und Grundlagenfähigkeiten würde ich niemandem empfehlen, eine längere Reise auf diese Art durchzuführen. Das kann ganz schnell gefährlich werden. Und selbst wenn nichts Schlimmeres passiert, ist die Chance groß, dass die Reise nicht besonders positiv in Erinnerung bleibt.

Die Grundlagen dafür sind auf Treat of Freedom zu finden und werden nach und nach erweitert.

Das Gute dabei ist: Allzu viele Fähigkeiten sind gar nicht notwendig. Wer diese Reiseart für sich entdecken möchte, kann im nächstgelegenen Wald oder notfalls im eigenen Garten die Grundkenntnisse erlangen. Alles Weitere kommt dann mit der zunehmenden Erfahrung.

Freunde und Verwandte können dabei mithelfen und erfahrungsgemäß entwickelt sich durch den Spaß eine Eigendynamik, die einerseits das Lernen vereinfacht und andererseits kreative Ideen für die erste Tour entstehen lässt.

Die größte Hürde ist wie so oft im Leben der eigene Kopf. Eventuell ein bisschen umdenken, den typischen Strandurlauber vergessen, sich aufraffen und seine Komfortzone verlassen. Wenn sich dieser Gedanke im Kopf festgesetzt hat und dazu noch das Duell gegen Ängste und Zweifel gewonnen wird, steht dieser Reiseart nichts mehr im Wege.

 

Was war dein Ziel bei deiner Gründung von Treat of Freedom?

Erfahrungs- und Wissensweitergabe und natürlich Inspiration für andere Menschen.

Das gerade angesprochene klischeehafte Bild des “typischen” Survivalists im Army-Style möchte ich gedanklich eher in den Hintergrund bringen. Daher übrigens auch die Farbwahl auf Treat of Freedom.

Das Design ist sehr bunt gehalten und die Hauptfarben sind Weiß und Orange. Diese Farbwahl soll tatsächlich darauf aufmerksam machen, dass abenteuerliche Individualreisen für jedermann geeignet sind. Zumindest für jeden, der sich auf diese Reiseart einlassen kann.

Sehr interessant finde ich außerdem die Meinungen über die östlichen Länder Europas. Der “Eiserne Vorhang” befindet sich weiterhin im Denken der Deutschen. Dass dieses Denken zu Vorurteilen führt, ist ja fast schon selbstverständlich.

Vor einigen Monaten hatte ich aus Spaß ein paar Freunde gefragt, wie sie die Landschaft Sloweniens beschreiben würden und welche Farbe dort überwiegt. Wirklich erstaunlich, dass dort Antworten wie “braun”, “grau” oder “rot” genannt wurden. Stattdessen ist es dort überwiegend grün mit einer paradiesischen Landschaft und türkisblauen Flüssen. Leider wissen das nur die wenigsten Deutschen.

Die Soca in Slowenien gehört übrigens zu den saubersten Flüssen der Welt und ist noch mehrere Kilometer nach der Quelle ohne Aufbereitung trinkbar! Ich habe von meiner letzten Reise nach Slowenien diverse Informationen und Fotos hochgeladen. Die Fotos habe ich auch als Video zusammengefügt.

Link: http://treat-of-freedom.de/tour-in-slowenien/

 

Wie sieht ein typischer Survival-Tourist für dich aus? Welche Charakteristika und Eigenschaften sollte dieser aufweisen?

Wie bereits gerade erwähnt, spielt die Kopfsache immer mit rein. Hier muss zuerst ein Umdenken stattfinden. Es handelt sich nun einmal nicht um einen Erholungsurlaub, sondern um ein Abenteuer.

Neben dem Willen für diese Reiseart gehört natürlich eine Brise Mut, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen. Bei dieser Reiseart kommt man schnell an seine Grenzen. Sowohl körperlich als auch geistig.

Mal eben zu sagen, “So, das war’s. Ich hab kein Bock mehr”, funktioniert dabei nicht so einfach. Aus diesem Grund kann ich jedem Anfänger nur empfehlen, die ersten Erfahrungen in der Nähe des eigenen Zuhauses zu machen.

 

Welche Kriterien muss für dich eine Survival-Destination erfüllen, um als solche zu gelten?

Allgemeingültige Regeln oder Kriterien gibt es da meiner Meinung nach nicht. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie viel für den eigenen Körper und dem eigenen Leistungsstand aufgrund seiner Erfahrungen und Kenntnisse zumutbar ist. Wenn diese Grenzen klar sind, dann kann überlegt werden, was man machen möchte.

  • Möchte man viel besichtigen?
  • Möchte man viele Aktivitäten nebenbei?
  • Wie viel Geld wird mitgenommen?
  • Wird überhaupt Geld mitgenommen?
  • Wie lange soll die Reise dauern?
  • Gibt es überhaupt ein Zeitlimit?
  • Möchte man ganz ohne Planung einfach mal drauf los?
  • Oder wird eine ungefähre Route festgelegt?

Diese und weitere Fragen wird sich der Reisende zumindest unterbewusst stellen. Wer keine Antwort auf diese Fragen findet, kann sich gerne von Treat of Freedom inspirieren lassen.

 

Was haben Survival-Touristen wohl für Wünsche?

Einige Menschen empfinden einen Erholungsurlaub schlicht und ergreifend als zu langweilig und suchen deswegen nach weniger konventionellen Reisearten.

Andere wollen mehr von der Welt kennenlernen als nur eine Hotelanlage mit Pool und einem kleinen Strandabschnitt.

Wieder andere wollen einfach nur Freiheit. Sie wollen raus aus dem Konsumdenken und willkürlich festgelegter gesellschaftlicher Normen zur Wahrung ihrer scheinbaren Sicherheit. Ein besserer Job bedeute mehr Geld und mehr Geld wird gleichgesetzt mit einem besseren Leben.

Viele Menschen merken leider zu spät, dass ein Leben in Scheinsicherheit keine Garantie für ein glückliches und erfüllendes Leben darstellt.

Die Folgen sind chronisch schlechte Laune, Unausgeglichenheit, Depressionen, Ehebrüche und möglicherweise sogar Suizid. Wenn ich mit Treat of Freedom auch nur einen einzigen Menschen auf der Welt helfen kann, hat sich mein Blog auf jeden Fall schon gelohnt.

 

Und welche Anforderungen haben Survival-Touristen?

Die Anforderungen stellen sich die einzelnen Reisenden meiner Erfahrung nach selbst.

Manche Naturliebhaber lassen es gerne extrem ruhig angehen, manch andere testen ihre Grenzen aus oder schießen sogar ganz bewusst darüber hinaus.

Je nach Leistungsbereitschaft hängen sich die Reisenden ihre Messlatte so hoch, wie sie es gerade für richtig halten. Ganz nach Lust und Laune.

Alles andere wäre ja wieder eine Einschränkung, die dem Genuss der Freiheit im Wege steht.

 

Welche Destinationen sind aus deiner Sicht und Erfahrung speziell für Survival-Touristen geeignet? Welche sind unter den Survival-Touristen die beliebtesten oder “trendigsten“?

Der absolute Dauerbrenner ist Australien. Kein Kontinent auf Erden hat trotz der eher geringen Größe so unterschiedliche klimatische Bedingungen mit so vielen verschiedenen Sehenswürdigkeiten in nahezu unberührter Natur. Australien gilt für viele als das Reiseziel Nummer 1 nach dem absolvierten Schulabschluss. Aufgrund des englischen Einflusses fällt der Einstieg in die Kultur relativ einfach. Sprachbarrieren mit den Locals sind nahezu nicht vorhanden. Leider auf Kosten der Aborigines.

Sehr beliebt sind außerdem die Vereinigten Staaten, wie zum Beispiel der Yosemite-Nationalpark, der Yellowstone-Nationalpark oder der Appalachian Trail. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen. Allein die Möglichkeiten in den USA sind nahezu grenzenlos. Ein einzelnes Leben reicht niemals aus, um alle Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Weniger Wildnis, aber dennoch abenteuerlich ist das sogenannte Insel-Hopping quer durch die Karibik. Der Vorteil dabei ist übrigens, dass viele Inseln zu Frankreich und den Niederlanden gehören, was bedeutet, dass ein EU-Bürger in den entsprechenden Ländern kein Visum benötigt. Das karibische Festland mit Ländern wie zum Beispiel Costa Rica und Nicaragua bieten allerdings auch dort eine Menge Möglichkeiten für individuell geplante Bushcraft-Touren.

Wer nicht so weit wegfliegen möchte, findet auch in Europa oder im nahen Osten zahlreiche Destinationen für diverse Möglichkeiten in der Natur. Beispiele sind Norwegen, Schweden, Slowenien und Kroatien. Auch die Slowakei hat schöne Nationalparks, die sich erkunden lassen.

Ein Geheimtipp für ein weiteres Naturparadies ist Georgien.

Und nicht vergessen: Deutschland. Bei vielen Menschen bedeutet verreisen, dass sie in ferne Länder fliegen müssen, um “wirklich” verreist zu sein. Doch auch Deutschland hat wirklich tolle Orte und interessante Sehenswürdigkeiten.

 

Gibt es rechtliche Voraussetzungen, die man bei der Wahl einer Survival-Destination beachten muss?

Ja, die gibt es durchaus. In vielen Ländern ist sowohl das wilde Campen als auch das Feuermachen verboten.

Zu den rechtlichen Aspekten beim wilden Campen in Deutschland habe ich bereits einen recht ausführlichen Artikel veröffentlicht.

Link: http://treat-of-freedom.de/wildes-campen/

Grundsätzlich gilt: Wer ein Verbot missachtet, begeht eine Straftat. Ob es eine Strafe gibt und wie diese Strafe aussieht, ist von Land zu Land unterschiedlich. Die besondere Fähigkeit beim Bushcraften besteht allerdings darin, sich so unauffällig wie möglich in der Natur aufzuhalten und nichts in und von ihr zu zerstören.

Eine Gruppe Teenies, die sich im Wald bei lauter Musik besaufen und willkürlich mit der Axt gegen Bäume schlagen, befinden sich zwar im Wald, sind aber alles andere als verantwortungsbewusste Bushcrafter.

 

Kennst du irgendwelche gratis Magazine oder Zeitschriften zu diesem Thema, die du uns empfehlen könntest?

Der bekannteste Survivalist aus Deutschland ist Rüdiger Nehberg. Er ist mittlerweile knapp 80 Jahre alt und hat bereits diverse Bücher zum Thema Survival, Reisemedizin, Touren und eine Autobiografie veröffentlicht. Zurzeit kämpft er in Afrika mit seiner gegründeten Stiftung namens ”TARGET” gegen die Frauenverstümmelung.

Der bekannteste Survival-Experte im englischsprachigen Raum ist meines Erachtens Bear Grylls, der in Deutschland auf dem Sender DMAX sehr an Bekanntheit gewann. Auch von ihm gibt es mehrere Bücher.

Gratis Magazine und Zeitschriften sind mir wenig bis gar nicht bekannt. Auf Anhieb kann ich jetzt keines empfehlen.

Wer sich für indigene Völker interessiert, dem kann ich www.survivalinternational.de empfehlen. Hier sind sehr interessante Einblicke ins Leben von Ureinwohnern zu finden, die tagtäglich ums Überleben kämpfen. Der größte Feind ist dabei aber weniger die Natur, sondern der zivilisierte und konsumbesessene Mensch, der die Natur für sich beansprucht und Lebensräume vernichtet. Diese Website hat zwar weniger mit Reisen zu tun, ist aber trotzdem sehr lesenswert, um ein Gefühl und das dazugehörige Verantwortungsbewusstsein für die Natur zu bekommen.

 

Bisher sind wir oft bei unserer Recherche auf die Gebiete des Amazonas, Kanada oder Neuseeland als „Survival-Destination“ gestoßen. Würdest du diese drei Destinationen als Survival-Destination betiteln?

Je weiter man sich von der Zivilisation entfernt, desto weniger sind Transport- sowie Einkaufsmöglichkeiten zu finden und desto mehr spielt die eigenständige Nahrungssuche eine wichtige Rolle. Wer eine Abenteuer-Tour durch Europa angeht, kann überleben, ohne ein einziges Tier (Insekten ausgenommen) zu töten. Konserven, Tütensuppen und andere Nahrungsmittel, die bei Kontakt mit Wasser aufquillen, wie zum Beispiel Reis und Kuskus, werden zum Hauptnahrungsmittel.

Die Regionen um den Amazonas sowie Kanada oder auch Alaska können interessante Destinationen darstellen, jedoch ist hierfür tiefgründigeres Wissen wie das Anpirschen, Jagen, Angeln, Haltbarmachung usw. notwendig. Für jemanden, der diese Reiseform gerade erst für sich entdeckt, eher nicht geeignet.

Ich habe aber durchaus schon von einigen Deutschen gehört, die zum Beispiel nach Kanada ausgewandert sind, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Also möglich ist vieles.

Neuseeland hingegen zählt ähnlich wie Australien zu den beliebtesten Destinationen. Eine gute Freundin aus Slowenien war vor Kurzem für ein halbes Jahr dort unterwegs.

 

Welche Bushcraft-Destinationen in Deutschland würdest du für Anfänger aus welchen Gründen empfehlen?

Anfängern würde ich immer empfehlen, so nah wie möglich am eigenen Zuhause zu bleiben. Der nächstgelegene Wald oder ein nahegelegener See sind sehr interessante Ziele für kurze Bushcraft-Touren. So ist die Gefahr für jegliche Eventualitäten eher gering und Hilfe in Form von Freunden und Verwandten kann schnell eintreffen. Sprachbarrieren gibt es keine und mit einem Smartphone lässt sich nicht nur telefonieren, sondern auch problemlos navigieren.

Darüber hinaus genügen diese ersten Eindrücke, um für sich entscheiden zu können, ob diese Reiseart zu einem passt oder eher nicht. Insbesondere zu Beginn ist es erst einmal wichtig, das Gehirn an die im Wald auftretenden Geräusche zu gewöhnen und mögliche Horrorszenarien und Hirngespinste gedanklich zu bewältigen.

Wenn diese ersten Erfahrungen gesammelt wurden, ist man – theoretisch – bereit für die deutschen Gebirge. Beispiele sind der Harz, der Schwarzwald, die Eifel und der Thüringer Wald.

Auch diese Liste lässt sich noch lange fortführen, denn rein theoretisch ist jeder Ort interessant, der sich zumindest halbwegs entfernt von der Zivilisation befindet. Diese sind in Deutschland zwar wenig zu finden, aber doch noch mehr als man auf dem ersten Blick meint. Interessante Sehenswürdigkeiten sind dabei garantiert.

In der Praxis lernt natürlich jeder Mensch unterschiedlich schnell. Der eine braucht etwas länger, der andere stürzt sich am liebsten direkt ins Abenteuer. Manche haben keine Angst alleine im Wald und manche brauchen mehrere Jahre einen Weggefährten. Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich, aber auch völlig normal.

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