Auf Tour im Teutoburger Wald – Der Hermannsweg

Bestimmt hast du in den letzten Tagen bereits einige der neuen Fotos vom Teutoburger Wald bzw. des Hermannsweges der Facebook-Seite von Treat of Freedom gesehen. Die Erlebnisse und Erfahrungen möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten.

Nach meiner Reise in Slowenien bin ich bei meiner nächsten Tour in der Heimat geblieben. Genauer gesagt: Die Reise führt in den Teutoburger Wald. Quasi genau bei mir um die Ecke.

Interessante Orte sind häufig direkt in deiner näheren Umgebung. Doch viele Menschen sehen dies heutzutage nicht mehr. Einzigartige Naturerlebnisse, Erholung und Stressabbau vom Alltag sind auch in Deutschland möglich.

Egal ob alleine, um mal für sich zu sein, oder auch mit Partner, um die schöne Zeit gemeinsam zu verbringen. Ein verlängertes Wochenende kann zum Beispiel wunderbar genutzt werden, um das nächstgelegene Gebirge von deinem Zuhause zu besuchen. Und diese Reisen sind erfahrungsgemäß supergünstig und werden deinem Portemonnaie nicht besonders zur Last fallen.

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Der Hermannsweg – Die Geschichte dahinter

Kennst du Hermann den Cherusker? Auch Arminius genannt? Oder Gerüchten zufolge auch Siegfried der Drachentöter? In den Geschichtsbüchern im Jahre 9 nach Christus war er derjenige, der sein Herr erfolgreich gegen den römischen Feldherren Varus anführte.

Zitat der Antike über die Teutonen:
“Mit der Schnelligkeit und Gewalt eines Feuersturms griffen sie an: tollkühn und unerschrocken, mit tierischen Stimmen und furchtbaren Schreien.”

Es ist doch immer wieder etwas Schönes, wenn ich auf meinen Touren neben einer fantastischen Zeit und vielen neuen Erlebnissen auch etwas von der Geschichte der Region mitbekomme.

Wenn du mehr über die geschichtlichen Hintergründe vieler Länder, Regionen und Sehenswürdigkeiten weltweit erfahren möchtest, dann ist bestimmt auch dieser Link höchst interessant für dich.

 

Der Hermannsweg – Eine interessante Wanderroute

Jedoch ist nicht nur der geschichtliche Hintergrund des Teutoburger Waldes bzw. des Hermannsweges faszinierend, sondern auch der Weg als Wanderroute. Von Rheine bis nach Horn-Bad Meinberg verläuft der Hermannsweg über 150 Kilometer durch den Teutoburger Wald. Eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten lässt sich auf dieser Strecke bewundern.

Meine Tour führt vom “Nassen Dreieck” bis nach Bad Iburg. Grob geschätzt etwa 40 bis 45 Kilometer.

Dortmund-Ems-Kanal und Mittellandkanal. Diese beiden Kanäle treffen sich am nassen Dreieck und bilden einen wichtigen Knotenpunkt in der Teutoburger Walddeutschen Binnenschifffahrt.

Hier beginnt meine Reise.

Der Hermannsweg gehört grundsätzlich zu den eher einfachen Wanderrouten. Der Großteil der Wege ist gut befestigt und ebenerdig. Abenteuerliche Abschnitte mit steilen Hängen und verwurzelten Wegen findest du auf dem Hermannsweg nur selten.

Der Hermannsweg ist daher sowohl für Jung und Alt als auch für erfahrene und unerfahrene Wanderer bestens geeignet.

Bis auf die Kosten für den Transfer zur An- und Abreise fallen auf meiner Tour keine weiteren Kosten an. Nahrungsmittel und Trinkwasser nehme ich von zu Hause mit. Übernachtungsmöglichkeiten bietet der Wald genug.

 

Tobi im Teutoburger Wald

 

Mal wieder eine typische Low-Budget-Tour

Am Start beim Nassen Dreieck geht es zuerst leicht bergauf. Bei einer Maximalhöhe von etwa 400 Metern ü. NHN kann nun wirklich nicht von einem steilen Anstieg die Rede sein. Der Weg ist gut begehbar und der ein oder andere Wanderer kommt mir dabei entgegen. Während ich die Waldluft Am nassen Dreieck beim Teutoburger Waldgenieße und mich auf der Suche nach weiteren Motiven für interessante Fotos befinde, weiß das Wetter nicht so recht, was es möchte. Mal grau, mal sonnig, dann doch wieder grau. Recht wechselhaft, aber immerhin bleibt es trocken.

Wenn du vorhast, irgendwann in Zukunft die gleiche Route zu nehmen, dann möchte ich dir empfehlen, jedem Hinweisschild zu Aussichtsplattformen zu folgen. Nicht nur deshalb, weil die Aussicht auf diesen Plattformen wirklich lohnenswert ist, sondern auch deshalb, weil ansonsten dieser erste Abschnitt – zugegebenermaßen – ein wenig langweilig werden könnte.

Richtig spektakulär wird es bei den Dörenther Klippen bei Ibbenbüren. Hier erwacht der kleine Junge in mir. Völlig verwurzelte und steinige Wege. Dörenther Klippen im Teutoburger WaldUnd jeder Fels muss hinaufgeklettert werden. Ich bin mir nicht sicher, ob die Dörenther Klippen nicht bereits einen ganzen Tag mit Programm füllen könnten, doch ganz gewiss mehrere Stunden.

Das wohl bekannteste Gebilde aus Felsgestein bei den Dörenther Klippen ist das sogenannte “Hockende Weib”. Fantasie hab ich normalerweise genug, doch muss ich gestehen, dass ich weder ein hockendes Weib, noch eine andere Figur, die an eine Frau erinnern soll, erkennen kann. Ein tolles Foto konnte ich trotzdem ergattern. 😉

 

Hockendes Weib im Teutoburger Wald

 

Der weitere Weg führt Richtung Tecklenburg. Auch auf diesem Abschnitt laden einige tolle Aussichtspunkte zu kurzen Verschnaufpausen ein. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, Aussicht beim Teutoburger Waldwird hier sicher fündig bei der Suche nach frischen Haselnüssen. Auf dem Weg befinden sich auffällig viele Haselnussbäume. Zwar nicht das beste Essen, um satt zu werden, doch eine kleine Nascherei unterwegs ist doch auch etwas Schönes.

Ebenso auffällig sind die kleinen Kapellen, die sich immer mal wieder am Rand des Weges befinden. Obwohl mir nur noch selten Wanderer oder Mountainbiker entgegenkommen, sind in den Kapellen immer einige Kerzen, die für ein kleines Entgelt zu erwerben sind, angezündet. Bei starkem Regen können dieseKapelle im Teutoburger Wald Kapellen sicher auch als Unterstand sehr nützlich sein, doch zweifelsohne sorgen die Kerzen, die Mosaike und die Inschriften in diesen Kapellen für eine demütige Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt.

In Tecklenburg wird es dann etwas tricky, denn der Hermannsweg führt erst ein kurzes Stück durch ein Wohngebiet und dann entlang der Hauptstraße von Tecklenburg. Hier finde ich die Beschilderung etwas umständlich. Oder ich habe mich ein bisschen verlaufen. 🙂

Den genauen Weg kann ich dir leider bis heute nicht nennen. Stattdessen kann ich dir aber eine Empfehlung geben, die einen Abstecher definitiv lohnenswert macht. Bemühe auf der Hauptstraße in Tecklenburg dein Smartphone sowie dessen GPS-Funktion und halte Ausschau nach dem Königsteich. So umgehst du nicht nur den Stadtkern, sondern Königsteich im Teutoburger Waldgelangst noch zu einem See, den du auf der “normalen” Route wohl nicht entdeckt hättest. Und vom Königsteich aus ist es nicht mehr weit, um den Hermannsweg wiederzufinden.

Auf der weiteren Strecke Richtung Bad Iburg folgt einer der Höhepunkte dieser Route – der Canyon. Das Gebiet um den Canyon ist ein ehemaliger Steinbruch. Bis im Jahre 1977 wurde hier Kalksandstein abgebaut. Nach der Schließung des Steinbruchs hat sich hier nach und nach Wasser gebildet. Aufgrund der wunderschönen Farbe des Wassers, welches im Sonnenlicht paradiesisch türkis schimmert, wird der Canyon unter den Ortskennern auch als „Blaue Lagune“ bezeichnet. Ein Wanderrundweg führt einmal rund um den Canyon. Allerdings steht dieses Gebiet unter strengem Naturschutz, sodass das Schwimmen und Baden in der blauen Lagune verboten sind.

 

Blaue Lagune im Teutoburger Wald

 

Der weitere Verlauf des Hermannsweges bis nach Bad Iburg ist anschließend weniger spektakulär, doch den Wanderweg durch nahezu unberührte Natur kann ich dir weiterhin empfehlen.

Hier noch ein paar Fotos, die dich – so hoffe ich – inspirieren, um auch eines Tages den Teutoburger Wald zu besuchen.

Teutoburger Wald

 

Blücherfels im Teutoburger Wald

 

Teutoburger Wald

 

Fazit: Der Hermannsweg im Teutoburger Wald ist als naturbelassener Wanderweg gekennzeichnet. Dies ist so nicht ganz richtig, denn der Großteil des Weges ist zu einem befestigten Schotterweg ausgebaut worden. Darüber hinaus verläuft der Hermannsweg teilweise durch Wohnsiedlungen und Kleinstädte. Trotzdem kann ich dir diesen Wanderweg wärmstens empfehlen. Sowohl zum Wandern, zur Erholung und zum Stressabbau als auch für deine Bushcraft-Aktivitäten.

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