Blasen aufstechen – Ja oder Nein?

Blasen. Diese kleinen üblen Biester, die niemand haben möchte, aber die allermeisten Menschen schon mindestens einmal hatten.

Unangenehm beim Laufen, ab einer bestimmten Größe schmerzend und bei ausbleibender Heilung mitunter sogar der zerstörende Anlass dazu, eine mehrtägige Wanderung oder die lang ersehnte Pilgerreise vorzeitig abbrechen zu müssen.

Berechtigterweise stellen sich hier viele Menschen folgende Frage:
Aufmachen oder doch lieber zulassen?

Mein Rat: MACH DIE BLASE AUF!!

Stell dir diesbezüglich einen Ballon vor, der mit Wasser gefüllt wurde – auch Wasserbombe genannt. Letztlich ist eine Blase am Fuß nichts anderes.

Blasen entstehen durch Druckpunkte, weil der Schuh nicht richtig sitzt, sich Steine oder Sand im Schuh befinden oder weil die Socke nicht korrekt angezogen wurde (Faltenwurf).

Sofern sich an diesem Druckpunkt bereits eine Blase gebildet hat, was bei Reibung innerhalb des Schuhs, hohen Temperaturen und entsprechenden Schweißfüßen sehr schnell passieren kann, drückt der Druckpunkt auch nach der Entstehung der Blase weiterhin auf die betroffene Stelle.

Was passiert mit der Wasserbombe, wenn du mit deiner Hand von oben auf die Wasserbombe drückst? Richtig. Die Oberfläche der umhüllenden Haut (Plastik bei der Wasserbombe) vergrößert sich und die Spannung, die auf diese Haut lastet, steigt. Bei zu starkem Druck platzt die Wasserbombe sogar.

Ähnlich verhält es sich mit der Blase am Fuß. Der einzige Unterschied: Das Wundwasser, welches sich in der Blase sammelt, vermehrt sich bei zunehmender Größe der Blase.

Und so wächst die Blase langsam, aber stetig. Ebenso der daraus resultierende Schmerz. Und da das Gehirn den Schmerz verringern möchte, versucht es, mithilfe von Anpassungen der Körperhaltung die betroffenen Zonen zu entlasten. Dies führt des Öfteren zu einer einseitigen Belastung der Füße oder auch zu leichten Verdrehungen des gesamten Beines, was sich im schlimmsten Falle sogar bis hin zur Wirbelsäule auswirken kann. Verspannungen, Gelenkschmerzen und weitere Druckstellen mit erneuter Blasenbildung sind logische Folgen, bis – wie gesagt – die lang ersehnte Pilgerreise gezwungenermaßen zu einem vorzeitigen Ende kommen kann.

Aber das muss nicht sein: Mach die Blase auf, reinige die betroffene Stelle und desinfiziere sie. Wenn nötig, gönn dir einen Tag Pause und lass den Körper regenerieren.

 

Vorsicht ist besser als Nachsicht

ABER: Zur Blasenbildung muss es nicht kommen. Wer vernünftig vorbeugt, muss sich die Frage, ob die Blase geöffnet werden soll oder nicht, erst gar nicht stellen. Im Folgenden zeige ich einfache Tipps, um dafür zu sorgen, dass du auch nach mehreren Tagen blasenfrei bleibst und deine Pilgerreise unbeschwert fortsetzen kannst.

 

Der “richtige Schuh” für dich

Mit Formulierungen wie “der richtige Schuh” oder “der beste Schuh” sollte sehr vorsichtig umgegangen werden. Häufig sind dies nur Marketing-Tricks, um kaufwilligen Kunden ihre Ware verkaufen zu können. Aber jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat eine unterschiedliche Form der Füße (Passform), jeder Mensch ist unterschiedlich empfindlich und jeder Mensch hat andere Vorlieben, Wünsche und Bedürfnisse – auch in Bezug auf Schuhe.

Der Schuh gilt bei einer Pilgerreise ohne Frage zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen. Daher solltest du deinen Schuh mit Bedacht wählen und im Vorfeld ausgiebig recherchieren und ausprobieren. Selbst wenn für Person A die Schuhe Y absolut hervorragend sind, ist dies noch keine Garantie dafür, dass dies bei jeder Person so ist.

Das Aussehen spielt bei der Wahl der Schuhe übrigens eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass der Schuh richtig sitzt und du selbst nach mehreren Kilometern noch sagen kannst, dass du dich in den Schuhen wohlfühlst.

 

Schuhe einlaufen

Ein frisch gekaufter Schuh mag bei einigen Menschen sofort wie angegossen passen. In den meisten Fällen macht der Schuh aber nach einiger Zeit des Tragens Probleme. Selbst dann, wenn er anfangs super passte.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die frisch gekauften Schuhe einzulaufen, bevor die große Wanderung oder Pilgerreise beginnen kann. Das Material der Schuhe passt sich dem Fuß an und auch du lernst deinen Schuh besser kennen. Denn ein Schuh bleibt nicht immer so, wie du ihn zu Beginn gekauft hast. Ein Schuh bzw. das Material des Schuhs verändert sich beim Tragen, denn durch deine Bewegungen wird das Material gedehnt, belastet und erwärmt – kurzfristig bedeutet dies eine minimale, aber durchaus entscheidende Veränderung der Passform, langfristig eine Abnutzung des Schuhs, was selbstverständlich ebenfalls einer Veränderung entspricht.

Eine Gesamtstrecke von mindestens 50, besser 100 Kilometern, aufgeteilt auf mehrere kleinere Wanderungen, sollte beim Einlaufen angepeilt werden.

 

Die richtigen Socken

Vor einer großen Wanderung dominiert berechtigterweise die Frage nach dem “richtigen” Schuh. Allerdings wird dabei eine mindestens genauso wichtige Kleinigkeit vergessen: die Socken!

In der Regel greifen die meisten Menschen auf handelsübliche (günstige) Baumwollsocken zurück, die jedoch weniger zum Wandern geeignet sind, weil sie den Schweiß (Feuchtigkeit) nicht abgeben und dadurch sehr schnell feucht werden.

Kurz: Der beste Schuh ist mit schlechten Socken wenig wert – und umgekehrt.

Bedenke also, dass du bei deiner Recherche nach dem passenden Schuh ebenso die passenden Socken berücksichtigst. Hier findest du einen Socken, den du dir gerne mal anschauen solltest – langlebig und super angenehm auf der Haut.

 

Einlegesohlen?

Um den Schuh noch ein bisschen gemütlicher sowie die Sohle weicher und angenehmer zu gestalten, kannst du ebenfalls darüber nachdenken, Einlegesohlen in deinen Schuhen zu verwenden – auch dies vermindert die Anfälligkeit gegenüber Blasen.

Ich selbst mag sie persönlich zwar beim Wandern nicht so gerne, aber viele Menschen schwören darauf und wollen sie nicht mehr missen. Probiere einfach aus, was dir am besten gefällt und mit welcher Variante du das bessere Gefühl hast – insbesondere dann, wenn du zwischen zwei Schuhgrößen stehst und/oder in deinem Schuhen zu stark hin- und herrutschst.

 

Socken trocknen

Schuh sitzt angenehm ohne Druckpunkte, Socken reduzieren Schweiß und die Einlegesohlen puffern ordentlich. Alles sitzt wie angegossen. Doch das Wetter spielt nicht so mit, wie es sich zuvor vorgestellt wurde. Beispielsweise ist es nass und regnerisch oder aber die pralle Sonne scheint unerbittlich herab und sorgt wiederum für schwitzige Füße. Möglicherweise sogar so stark, dass selbst die “besten” Socken und der “beste” Schuh in Mitleidenschaft gerissen werden.

Daher: Tausche die Socken zeitnah aus und lasse sie trocknen. Selbst bei geringer Feuchtigkeit lohnt es sich, bei Pausen die Schuhe auszuziehen und die Socken an der Luft trocknen zu lassen.

Achtung allerdings bei niedrigen Temperaturen: Aufgrund der Verdunstungskälte kühlen Füße und Körper aus!

 

Betroffene Stellen abkleben

Ein weiterer und genauso simpler Trick gegen Blasenbildung ist, die Füße an besonders anfälligen Stellen wie beispielsweise der Ferse mit handelsüblichem Tape oder auch entsprechenden Blasenpflastern abzukleben. In der Not reicht auch ein “normales” Heftpflaster aus der Reiseapotheke.

 

Fazit:

Wichtig ist, dass du dich in deinem Schuh wohlfühlst. Und dies nicht nur kurzzeitig, sondern auch noch nach mehreren Stunden und vielen Kilometern. Bei einigen Touren sogar bei mehrtägiger Benutzung. Neben der richtigen Wahl des Schuhs ist es ebenfalls wichtig, auf hochwertige Socken und ggf. Einlegesohlen zu benutzen.

Wer diese Tipps berücksichtigt, wird seine Probleme mit Blasen deutlich verringern. Und sollte doch einmal eine Blase entstehen, dann scheue dich nicht davor, diese Blase aufzumachen, zu reinigen und heilen zu lassen, bevor sie noch größer wird und möglicherweise sogar dazu führt, deine lang ersehnte (Pilger-) Reise abzubrechen.

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