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Die 9 wichtigsten Tipps und Tricks für Individualreisende auf Kuba

Kuba Insider Tipps - Intro

Anders als bei All-Inclusive Urlauben oder geführten Rundreisen durch Agenturen ist eine individuell organisierte Rundreise mit deutlich mehr Stress, Risiken und Gefahren verbunden.

Bei manchen Menschen stellen genau diese Faktoren ein absolutes No-Go dar.

Andere Menschen wiederum, die von der Abenteuerlust gefasst wurden, sehen Stress, Risiken und mögliche Gefahren als besonderen Reiz an.

“Erst das nicht abgesicherte Restrisiko unterscheidet das Abenteuer vom Familienausflug.” – Rüdiger Nehberg

Eine Individualreise mit nichts als dem Rucksack gilt auf Kuba als anspruchsvoll.

Im Allgemeinen sind die Kubaner zwar sehr freundlich und hilfsbereit, doch wie überall auf der Welt gibt es auch auf Kuba ein paar “schwarze Schafe”, auf die ein Backpacker und Individualreisender aufbereitet sein sollte. Insbesondere außerhalb der typischen Touristengebiete.

Im Folgenden möchte ich dir insgesamt 9 Insidertipps weitergeben, die ich selbst von Kubanern bekommen habe und die mir extrem geholfen hätten, wenn ich sie bereits bei meiner Einreise gekannt hätte.

 

Der richtige Ort für Informationen

Kubaner sind hilfsbereit. Doch bei einigen Kubanern “auf der Straße” erfolgt die Hilfsbereitschaft nicht aus reinster Nächstenliebe, sondern mit dem Ziel einer Provision oder einer anderen Möglichkeit, um an dein Geld zu gelangen.

Manchmal wirst du selbst bei bester Vorbereitung nicht die passende Lösung finden. Das kann vorkommen. Solltest du fremde Hilfe benötigen, dann frage nicht denjenigen, der dir am nächsten steht, sondern geh ein paar Meter und suche eine Bar, ein Restaurant oder auch einen Kiosk. Stell den jeweiligen Mitarbeitern deine Frage und du wirst in der Regel eine gescheite Antwort ohne finanziellen Hintergrund bekommen.

 

Gehe immer alleine zum Ziel

Bist du weiterhin auf die Hilfe derer angewiesen, die sich als “Hilfsbereite” auf den Straßen tummeln, dann sorge dafür, dass du alleine weitergehst und die Person dir nicht folgt.

Beispiel: Du suchst eine Casa Particulare und du bist dir nicht sicher, wo genau du eine vernünftige Casa findest. Insbesondere zu Beginn deiner Reise wird dir die nötige Erfahrung fehlen, um Wege und Mittel zu finden, eigenständig eine gescheite Casa zu erreichen. Für den Fall, dass du daraufhin einen einheimischen Passanten fragst, darf er dir auf keinen Fall folgen. Für die Empfehlung einer Casa bekommt der Passant pro Nacht 5 CUC Provision, die allein du bezahlen musst. Der ursprüngliche Preis der Casa-Vermieter von beispielsweise 20 CUC pro Nacht wird dabei automatisch auf 25 CUC pro Nacht erhöht. Blöd, oder?

Folgenden Spruch brachte mir der freundliche Besitzer einer Casa Particulare bei: “No moneda. No presents. Voy solo.” Er bedeutet übersetzt so viel wie “Ich gehe alleine weiter. Sie bekommen weder Geld noch Geschenke von mir.

Mit ernstem Blick und dieser Aussage wird in der Regel jeder Kubaner verstehen, was du meinst und dich in Ruhe lassen. Angeblich soll auch “Pirate!” funktionieren, was übersetzt “Verpiss dich!” bedeutet, doch diese beleidigende Form der Verscheuchung habe ich nie benötigt.

 

Rum ist günstiger als Bier

Hauptbestandteil von Rum ist Zuckerrohr und Zuckerrohrplantagen wirst du bei deiner Reise durch Kuba in Hülle und Fülle entdecken. Neben Brasilien, Australien und Thailand zählt Kuba zu den größten Zuckerexporteuren weltweit.

Zucker, Zucker, Zucker.

Zucker überall. Nicht verwunderlich, dass Rum dadurch recht günstig verkauft werden kann. Die wohl bekanntesten Marken Kubas sind Havanna Club und Ron Santiago de Cuba.

Beispiel: Eine 0,7-Liter-Flasche Havanna Club Anejo Blanco (40% Alc.) ist in nahezu jedem Straßenkiosk erhältlich und kostet 3,90 CUC (Vergleich Deutschland: 13,95 EUR). Eine 0,35-Liter-Dose “Bucanero”-Bier (5,4% Alc.) kostet zwischen 1,00 und 2,00 CUC.

(Alle Preise, Stand: Januar 2015)

 

Moneda Nacional gehören in jedes Portemonnaie

Wenn du den Reiseguide von Kuba bereits gelesen hast, dann weißt du, dass auf Kuba zwei Währungen existieren: Der CUP und der CUC.

Der kubanische Peso (CUP) ist das typische Geld der Einheimischen und der CUC – der Peso Convertible – ist das Geld der Touristen. Viele Pauschaltouristen wissen übrigens nicht, dass es zwei Währungen gibt.

Ein Individualtourist, der auf sein Budget achtet, wird lernen, mit beiden Währungen umzugehen.

Wenn du als Individualtourist durchs Land ziehst und Abstand vom typischen Pauschaltouristen gewinnen möchtest, dann ist es ratsam, einige der Eigenschaften der Kubaner zu übernehmen und sich diese Eigenschaften zu eigen zu machen. Dazu gehört nicht nur die Währung, sondern insbesondere das, was mit dieser Währung ermöglicht wird.

Allerdings kannst du den CUP nicht offiziell bei der Bank oder am ATM beziehen. Der Tourist bekommt ausschließlich den CUC. In der Regel sind die Kubaner aber jederzeit bereit, dir eine gewisse Summe in Cash zu wechseln. Der einfachste Weg ist beim Hausbesitzer einer Casa Particulare.

 

Halte Ausschau nach Peso-Restaurants und privaten Familien-Kiosks

Ein kubanisches Brötchen – leicht süßlich – erinnert uns Deutsche eher an ein weiches Milchbrötchen und kostet für einen Touristen 1 CUC. Diese Brötchen werden aber genauso an diversen, teilweise unscheinbaren und nicht selten sogar unappetitlich erscheinenden Kiosks verkauft – und zwar für 1 CUP. Bei einem Wechselkurs von 1:24 entspricht dies etwas mehr als 0,04 CUC.

Mal zum Vergleich: Wo würdest du deine Brötchen kaufen? In einem Supermarkt, in denen die Brötchen einen Euro kosten oder bei einem Tante-Emma-Laden, in dem die gleichen Brötchen für 4 Cent angeboten werden?

Dieser Tipp für Lebensmittel gilt nicht nur für Brötchen, sondern auch für Früchte, Pizzen, Softdrinks und vielen anderen Nahrungsmitteln.

 

Warte auf Busse der Einheimischen

Ähnlich wie mit den Kiosks der Einheimischen verhält es sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Einheimischen.

Für die Touristen vorgesehen sind die Busse von Transtur und Viazul. Beide sind regelmäßig völlig überfüllt. Mit dem Transtur sind wir nicht ein einziges Mal gefahren und beim Viazul bedarf es teilweise einer zweitägigen Reservierung, um einen Platz zu bekommen. Dieser Umstand setzt zumindest eine gewisse Planung voraus und vermindert die Flexibilität. Für einen wie mich, der innerhalb weniger Stunden durch neue Ideen gerne jegliche Pläne über den Haufen wirft und spontan etwas anderes vorhat, eher weniger geeignet.

Besser die Busse der Einheimischen. Die Busse, die meist völlig ramponiert und verglichen mit dem deutschen TÜV absolut unzulässig daherkommen, fahren mehrmals am Tag zum nächstgelegenen Ort. Sie sind in der Regel zwar ebenfalls überfüllt, was aber nicht schlimm ist, weil es sowieso kaum Sitzplätze gibt und jeder Reisende sich somit eng an eng an den nächsten Stehplatznachbarn quetscht.

Aber sie sind vor allem eines: günstig!

Beispiel: Für eine Strecke von über 50 Kilometer werden in der Regel 2 CUP bezahlt. Entspricht 0,08 CUC.

Noch einmal der Vergleich: Pauschaltouristen zahlen 5 CUC für eine Taxifahrt von knapp 3 Kilometern; bei einem Wechselkurs von 1:24 umgerechnet 120 CUP.

Die Gegenüberstellung:
2 CUP auf 50 Kilometern = 0,08 CUC
5 CUC auf 3 Kilometern hochgerechnet auf 50 Kilometer = 83,33 CUC

Ist dir etwas höherer Komfort mehr als 83 CUC wert? Mal ehrlich …

 

Akzeptiere niemals das erste Angebot

Insbesondere in typischen Touristengebieten, wie beispielsweise Varadero, werden Dienstleistungen zu überteuerten Preisen angeboten. Manchmal für den drei- bis vierfachen Preis wie diese Dienstleistungen in anderen Orten angeboten werden. Dass typische Touristengebiete zwar teurer sind, ist bekannt, aber häufig wird maßlos übertrieben.

Meine Empfehlung ist daher, stets mit einem niedrigeren Gegenangebot zu reagieren. Vielleicht kennst du bereits weitere Orte, um gedanklich die Preise miteinander zu vergleichen. Mit einiger Erfahrung wirst du eine Menge Geld einsparen.

 

“Der Vater des Freunds der Tochter”

Unabhängig davon, ob du gezielt auf der Suche nach Hilfe bist oder von einem Kubaner unfreiwillig angesprochen wirst, solltest du jeden Vorschlag und jede Antwort kritisch hinterfragen. Dabei ist es egal, ob die Antwort plausibel klingt oder nicht.

Eine gesunde Skepsis bringt dich weiter voran und wird dein Portemonnaie schonen.

Insbesondere bei Empfehlungen für Restaurants und weiteren Casa Particulares entpuppen sich diese manchmal nicht als echte Empfehlung, weil es dort besonders lecker, sauber oder gemütlich ist, sondern weil der Vater des Freunds der Tochter dort arbeitet.

Diesen und ähnlichen Maschen bin ich persönlich leider sehr regelmäßig begegnet, welche zwar nachvollziehbar sind, weil das Geld in der Familie bleiben soll, aber schon nach kurzer Zeit lässt sich hierfür ein Gespür entwickeln.

Wenn du nicht alleine unterwegs bist, hast du am Abend ein sehr interessantes Gesprächsthema, in dem ihr jegliche Täuschungsversuche Revue passieren lassen könnt.

 

Starke Nerven sind das A und O

Probleme sind normal. Es wird sie immer geben. Erst recht, wenn du als Fremder in einem anderen Land unterwegs bist.

Cool bleiben, durchatmen, Ruhe bewahren. Es wird alles wieder gut.

Bereite dich mental drauf vor, dass Probleme immer wieder auftauchen, und entwickle nach und nach eine Denkweise, mit der du mit Problemen umzugehen weißt und Lösungen für sie findest.

 

Fazit:

Eine Individualreise mit dem Rucksack gilt auf Kuba als anspruchsvoll.

Insbesondere dann, wenn bei der gesamten Reise auf ein knappes Budget geachtet wird.

Doch der hohe Anspruch stellt den besonderen Reiz dar und macht das Abenteuer aus.

Einige der oben aufgezeigten Tipps und Tricks haben nicht nur auf Kuba Bestand, sondern auch bei Rundreisen in anderen Ländern.

Wenn du diese Tipps verinnerlichst, wirst du deine Rundreise angenehmer gestalten können.

Viel Spaß bei deinem Abenteuer!

 

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Dann hinterlasse sofort einen Kommentar.

Last modified: 17. Juli 2018
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