Kuba Rundreise Teil 2 – Trinidad und mehr

Nach der Etappe in und um Viñales folgt ganze 420 Kilometer östlich dieser wunderschönen Mogotes-Landschaft unsere nächste Station: Cienfuegos. Doch erst einmal muss diese gewaltige Anzahl an Kilometern überwunden werden. Freie Plätze im Viazul-Bus sind wie selbstverständlich nicht zu ergattern, doch glücklicherweise werden wir in einem weiteren privaten Taxi fündig, welches uns zu einem fast identischen Preis nach Cienfuegos kutschiert. Trotzdem immerhin 35 CUC pro Person.

Cienfuegos erinnert aber leider wieder eher an Havanna, obwohl der Geruch nicht ganz so schlimm ist. Insbesondere in der Fußgängerzone wimmelt es von Einheimischen und Touristen. Einmal mehr müssen wir uns durch eine Horde nach Kundschaft suchender Taxifahrer und Restaurantanbieter kämpfen, bevor wir uns dem eigentlichen Ziel Cienfuegos widmen können. Denn die bisherige Reise ist deutlich teurer als erwartet und so führt der Weg zuerst einmal zur Bank.

 

Kokosnussklau am Badestrand

Da weder Janina noch ich selbst allzu lange in der Großstadt verharren wollen (dafür würde unser Budget außerdem nicht ausreichen), ziehen wir nach einem kurzen Happen zur Stärkung direkt weiter an den etwa 15 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt gelegenen Playa Rancho Luna, wo wir unsere nächste Casa Particulare beziehen.

Casa Particulare. Leichter gesagt als getan. Und spätestens hier besteht Grund genug, genauer auf die Suche einer Casa einzugehen. Hausbesitzer, die ihr Haus für Touristen als Unterkunft zur Verfügung stellen, müssen monatlich einen festen Betrag an den Staat abgeben. Ob das Haus vermietet wurde oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Dementsprechend ist nachvollziehbar, dass jeder Hausbesitzer um die ankommenden Touristen buhlt.

Problematisch für die Reisenden wird es dabei nicht selten, weil einerseits der Preis pro Nacht in einer Casa Particulare um 5 CUC erhöht wird, sobald die Casa von einer anderen Person „empfohlen“ und somit von dieser Person Provision bezogen wird, und andererseits diverse Lügengeschichten aufgetischt werden, wie beispielsweise übersetzt: „Viel Tourismus in diesem Ort, hier gibt es keine weiteren freien Casa Particulare.“

Diese und viele weitere Lügen nehmen wir mit einem freundlichen Lächeln hin, bis wir dann in der vierten Casa (von vier besuchten Casas – also nichts mit „ausgebucht“) eine gescheite und vor allem günstige Bude für zwei Nächte finden.

Ganz gewiss zählt die Playa Rancho Luna zu den Orten mit viel Tourismus, da sowohl Einheimische als auch Ausländer den Strand als Reiseziel auf ihrer Liste haben. Doch übernachtet wird hier relativ wenig. Wer nicht sowieso hier wohnt, kommt mit dem Auto nur für einen Tagesausflug hier hin und verschwindet spätestens nach Sonnenuntergang, um anschließend das Nachtleben in Cienfuegos zu genießen. Touristen machen es genauso. Dementsprechend leer ist der kleine Ort, in dem es übrigens nicht einmal einen Kiosk gibt, und dementsprechend einfach ist auch die Casa-Suche. Möglicherweise ist dies der Grund dafür, warum sich die Hausbesitzer ihre Märchen ausdenken, um überhöhte Preise zu verlangen, aber denen sollen – zumindest die treuen Leser von Treat of Freedom – nicht zum Opfer fallen.

Tipp: Wer nach Sonnenuntergang ganz gemütlich einen oder mehrere Cocktails schlürfen möchte, wird in dem ab etwa 19:00 Uhr menschenleeren Örtchen an der hoteleigenen Bar des Hotels Faro Luna fündig. Sollte der Wachposten am Eingang tatsächlich mal besetzt sein, genügt eine kurze Erklärung, dass du in einem Casa nächtigst und noch etwas trinken möchtest. Somit bist du potenzieller Geldbringer und stets willkommen.

Nach einer sehr mückenlastigen Nacht und einem leckeren Frühstück folgt nun ein angenehmer und erholsamer Tag zum Relaxen am Strand. Von der Casa sind es nur etwa 100 Meter bis zum Karibischen Meer und nach einem gemütlichen Spaziergang, bei dem wir unsere Füße schon mal ein bisschen abkühlen, finden wir schnell einen gescheiten Platz im Schatten unter einer Kokospalme.

Während des Wechselspiels zwischen Schwimmen und Faulenzen zieht der Tag langsam an uns vorbei und immer wieder lachen uns die Kokosnüsse an, die in knapp drei Meter Höhe über uns baumeln.

Kurz nach Mittag ist es dann soweit. Wir warten den passenden Moment ab, sodass keine „Offiziellen“ in der Nähe und im Sichtbereich sind; schnell mein Mädel auf die Schultern genommen und jetzt heißt es drehen, drehen, drehen. Mithilfe ein paar motivierender Worte, dass die Kokosnuss tatsächlich am Strunk abdrehbar ist und sie nicht aufgeben solle, hält sie nun doch die Kokosnuss in der Hand. Gut gemacht und mhmmm … lecker.

Weiterer Höhepunkt des Tages ist der Sonnenuntergang. Hier an der Playa Rancho Luna lässt sich ganz besonders schön beobachten, wie die Sonne im Meer verschwindet.

Kuba Rundreise - Playa Rancho Luna 02

Kuba Rundreise - Playa Rancho Luna 01Kuba Rundreise - Playa Rancho Luna 03Kuba Rundreise - Playa Rancho Luna Sonnenuntergang

 

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Hitzeschlacht am Hotel-Resort

Mehr gibt es in diesem kleinen Örtchen allerdings nicht zu sehen, sodass wir schon am nächsten Tag die Weiterreise antreten. Die nächste Station ist „normalerweise“ Trinidad, die wohl am besten erhaltende Kolonialstadt Kubas, doch auf der Strecke von Cienfuegos nach Trinidad werden von den meisten Rundreisenden zwei Dörfer vergessen, ignoriert oder unwissentlich als wenig sehenswert eingestuft. Nämlich die beiden Dörfer, die ihre Namen von den Indios, den Ureinwohnern Kubas, haben: Guajimico und Yaguanabo.

Mindestens eines dieser beiden Dörfer sollte ein Rundreisender und ganz sicher auch Unterwassersportler besucht haben. Wir entscheiden uns für Guajimico.

Eine Nacht im Doppelzimmer des gleichnamigen Hotel-Resorts kostet inklusive Frühstück pro Person 22 CUC und ist somit selbst für Hotelschläfer ein relativ günstiges Plätzchen. Wer die Kosten für die Übernachtung in den kleinen Bungalows einsparen möchte, findet entlang eines faszinierenden Wanderwegs ein paar nette Stellen für sein Nachtlager. Und wer im Hotel eingecheckt hat, dem kann ich den Wanderweg trotzdem auf jeden Fall ans Herz legen.

Spannende Empfehlung:
Das Dorf Guajimico

Zuerst führt der Rundwanderweg steil bergauf, um bei einer tollen Aussicht, sowohl die Bucht von Guajimico als auch das offene Meer zu genießen. Durch kleine Höhlensysteme bei ungesicherten Klettermanövern geht es weiter entlang der Felsküste mitten durch den kubanischen Dschungel. Wahrhaftig ein Naturspektakel.

Da die Wanderung bei Temperaturen von knapp 30°C sehr schnell zur überaus schweißtreibenden Konditionsprobe wird, wartet am Ende des Hinwegs eine abkühlende Überraschung. Eine der schönsten und unberührtesten Buchten Kubas. Also Badehose (und Mosquitospray) nicht vergessen.

Hinweg bei einem Rundweg? Moment, da passt doch was nicht. Zugegebenermaßen etwas missverständlich, doch hier ist die Bezeichnung zutreffend. Nach dem Badespaß in der Lagune ist auf dem „Rückweg“ nach ein paar Metern links ein kleiner und etwas schwer zu erkennender Weg zu entdecken, um eben nicht denselben Weg zurücklaufen zu müssen. Mehr oder weniger (eher weniger) robuste Äste stellen das Geländer dar, um nach einer weiteren Kletterpartie den Rundweg auf noch höher gelegenem Terrain fortzusetzen.

Kuba Rundreise - Guajimico 03

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Gar nicht so einfach, um am nächsten Tag wieder von Guajimico wegzukommen. Vielleicht ist das der Grund, warum Individualtouristen ohne Mietwagen die kleinen Dörfchen zwischen Cienfuegos und Trinidad eher meiden. Denn für Taxen lohnt sich die weite Anfahrt aus den Großstädten nicht und der eine Bus ist – welch Überraschung – komplett voll. Zum Glück ist die Hauptstraße nicht allzu weit entfernt. Also erst einmal die nötigen Kilometer bis zur Hauptstraße marschieren und anschließend auf einen freundlichen Autofahrer hoffen, der uns nach Trinidad mitnimmt.

 

Gefangenschaft in der Kolonialstadt

Nach nur etwa vier Kilometern hält der Fahrer eines LKW für uns an, um uns auf der Ladefläche mitzunehmen. Doch selbst das altbewährte Trampen ist auf Kuba nicht gratis. Für die Mitnahme verlangt der Fahrer ein paar CUP, obwohl er ohnehin nach Trinidad fährt. Zwar deutlich günstiger als mit dem privaten Taxi, aber trotzdem durchfährt uns ein seltsames Gefühl, Geld fürs Trampen zu bezahlen – für eine Mitnahme auf der Ladefläche eines LKW.

Trinidad. Die wohl am besten erhaltene Kolonialstadt Kubas, welche von vielen Kuba-Reisenden als Pflichtziel deklariert wird, stellt für uns insgesamt drei Destinationen bereit, die wir auf jeden Fall besichtigen möchten. Erstens die Besichtigung der Stadt an sich, zweitens die Playa Ancon, die angeblich zu den schönsten Stränden Kubas gehört, und drittens die Region um Topes de Collantes, die bekannt ist für ihren Dschungel mit atemberaubenden Wasserfällen.

Bedeutet unter dem Strich: Der restliche Tag für die Stadt sowie zwei weitere Tage für Strand und Dschungel genügen bis zur Weiterreise. Wäre da nicht ein blöder Zwischenfall …

Zuerst einmal verläuft alles relativ unkompliziert. Die Suche nach einer vor allem günstigen und dennoch einigermaßen sauberen Casa Particulare ist sehr zügig erfolgreich abgeschlossen, die mit Kopfsteinpflastern bedeckten Straßen von Trinidad mit ihren kolonialen Bauwerken und Plazas sind sowohl äußerst interessant als auch schnell erkundet und nach einem weiteren sehr leckeren Abendessen geht es schon früh ins Bett.

Wer Ironie versteht und in Zukunft unbedingt ein Restaurant eröffnen möchte: Komm nach Trinidad, mach ’nen Laden auf und serviere Huhn, Schwein, Lamm sowie Hummer mit Reis und Salat. Von diesen Restaurants gibt es in Trinidad viel zu wenig. *Hust*

Am nächsten Tag wartet auf uns die Playa Ancon. Der wohl bekannteste Strand Kubas, der – so wird erzählt – auch zu den schönsten Stränden des Landes gehört. Wenngleich die Playa Ancon tatsächlich zu den Pflichtzielen einer Kuba-Rundreise zählt und in jedem Fall zu einem chilligen Tagesausflug am Strand einlädt, fand ich persönlich den Strand auf der Cayo Jutias schöner. Naja, Geschmackssache, über die sich bekanntlich ein Leben lang streiten lässt.

Kuba Rundreise - Trinidad Playa Ancon 01

Kuba Rundreise - Trinidad Playa Ancon 02Kuba Rundreise - Trinidad Playa Ancon 03Kuba Rundreise - Trinidad Playa Ancon Sonnenuntergang

 

 

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Mein persönliches Highlight ist vielmehr die etwa 10 Kilometer nördlich von Trinidad gelegene Region um Topes de Collantes. Endlich wieder Natur. Endlich wieder Dschungel.

Mit einer weiteren Klapperkarre, welche sich tatsächlich als privates Taxi bezeichnet, geht es auf den Serpentinen in die Berge. Erster Gang, Vollgas. Hochschalten ganz offensichtlich tabu. Dass es gefühlte 50 Prozent der Fahrt total verbrannt riecht, was sicher nicht zu den typischen Gerüchen eines Regenwaldes gehört, scheint den Fahrer wenig bis gar nicht zu interessieren. Naja, ist ja nicht mein Auto …

In der Region um Topes de Collantes in der Sierra de Guamuhaya (oder auch Sierra del Escambrey genannt) gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die mit sehr interessanten und teilweise herausfordernden Wanderwegen zu Besichtigungen einladen. Der populärste Wanderweg ist jener zum Salto el Caburni, einem Wasserfall, der aus insgesamt 65 Metern Höhe stufenartig in die Tiefe rauscht. Am Fuße des Wasserfalls hat sich ein Becken mit smaragdgrünem und glasklarem Wasser gebildet, welches als natürliches Schwimmbad, den sogenannten Piscina naturales, genutzt werden kann, um sich abzukühlen oder eine angenehme und entspannende Zeit im Dschungel zu verbringen.

Eine Abkühlung ist zu diesem Zeitpunkt jedoch im Grunde noch gar nicht nötig, denn der Hinweg des etwa 3,5 Kilometer langen Wanderwegs ist der deutlich einfachere, denn er führt nur bergab. So sind die knapp 300 Höhenmeter auf dem Hinweg schnell überwunden.

Der deutlich anstrengendere Teil ist der Rückweg und der hat es echt in sich. Über Behilfsleitern und über in den Fels geschlagene Stufen führt der Weg teilweise sehr steil bergauf. Bei aller Kondition, die bei dieser Wanderung bei Temperaturen von knapp 30°C an den Tag gelegt werden muss, sollte das Auge aber jederzeit offenbleiben. Einerseits, um nicht über die nächste Wurzel oder den nächsten lockeren Stein zu stolpern, und andererseits, um die Natur mit ihrer Vielzahl an endemischen Pflanzen und ihrer Tierwelt zu genießen.

Weitere Wanderungen sind mit unserem sehr knappen Reisebudget leider nicht drin, denn am „Eingang“ jedes Wanderweges sind Gebühren fällig, die derzeit bei 9 CUC pro Person liegen. Nach meinem Empfinden mehr als überteuert für beinahe unberührte Natur, aber nach kurzer Zeit der Unverständnis konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, nämlich der schönen Zeit hier im Dschungel.

Kuba Rundreise - Topes de Collantes - Salto el Caburni 03

Kuba Rundreise - Topes de Collantes - AussichtKuba Rundreise - Topes de Collantes 05Kuba Rundreise - Topes de Collantes 06

Kuba Rundreise - Topes de Collantes - Tobi der SpinnenzähmerKuba Rundreise - Topes de Collantes - Salto el Caburni 04Kuba Rundreise - Topes de Collantes 07

 

 

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Hachja, die Kolibakterien. Diese haben wir uns sehr wahrscheinlich mal wieder irgendwo eingefangen und nun heißt es: Alle paar Stunden ab aufs Klo. Na klasse …

Aus den ursprünglich angenommenen zwei Übernachtungen in Trinidad werden nun unfreiwillig fünf Übernachtungen, weil ich einen kompletten Tag krank im Bett liege und meine Begleitung sogar ganze drei Tage ans Bett gebunden ist. Eine Weiterfahrt macht in diesem Zustand keinen Sinn und somit wird der Aufenthalt in Trinidad eben etwas verlängert. Naja, wir haben ja genügend Zeit. Und Stress haben wir sowieso nicht.

 

Verkehrte Welt in Bayamo

Nachdem die Antibiotika bei Janina angeschlagen haben und meine Begleitung nun wieder halbwegs fitt ist, führt die weitere Rundreise weiter gen Osten der Karibikinsel. Nächster Halt: Bayamo. Und so hat die Erkrankung sogar noch einen Vorteil, denn durch den verlängerten Aufenthalt in Trinidad konnten wir frühzeitig zwei freie Plätze im Viazul-Bus reservieren und damit ein paar CUC einsparen.

Hier sitzen wir nun im Bus und machen folgende Erfahrungen. Zum einen fährt der Viazul-Bus nicht über die Autopista, sondern über die kleinen Landstraßen und somit auch durch jedes noch so winzige Dörfchen mit einem durchschnittlichen Tempo von etwa 50 Kilometern pro Stunde – die nötigen Überholmanöver von Kutschen, Rad- und Rollerfahrern sowie motorisierten 4-Rad-Schachteln, sind nicht mehr zu zählen. Zum anderen fühlt es sich an, als ob wir im Kühlschrank sitzen, denn die Klimaanlage des Busses sorgt für beinahe winterliche Temperaturen. Und wer auf der ganztägigen Fahrt doch mal ein Stündchen einnickt, wird sehr unsanft mit einem trockenen Mund und Hals sowie irrem Durst geweckt. Denn die Klimaanlage macht die Luft nicht nur kalt, sondern auch unwahrscheinlich trocken.

Tipp: Solltest du vorhaben, den für Touristen vorgesehenen Viazul-Bus zu nehmen, denk daran, warme Kleidung wie zum Beispiel eine Fleece-Jacke und ggf. eine lange Hose anzuziehen. Zu Beginn mögen die geringen Temperaturen im Bus möglicherweise erfrischend wirken, doch spätestens nach ein paar Stunden werden die Temperaturen ohne entsprechender Kleidung sehr unangenehm. Darüber hinaus rate ich, insbesondere bei längeren Fahrten genügend Getränke und Knabbereien einzupacken, um nicht beim Halt an Rast- oder Bus-Stationen nachkaufen zu müssen.

Es ist bereits dunkel, als wir in Bayamo ankommen. Fremde Stadt, überhaupt keinen Plan und sich nun im Dunkeln zurechtfinden. Ja, auch das gefällt mir so sehr beim Reisen. Die Ungewissheit hat immer einen ganz besonderen Reiz. Wir beschließen, dass wir erst einmal in Richtung Stadtzentrum aufbrechen, nebenbei möglicherweise ein paar günstige Läden für Nahrungsmittel und Trinkwasser entdecken und nahe der Fußgängerzone – sofern es eine gibt – eine günstige Casa Particulare finden. Gesagt, getan.

Am nächsten Morgen erkunden wir Bayamo etwas genauer und stellen dabei fest, dass Bayamo längst nicht so touristisch ist, wie die Städte, die wir bislang besucht haben. Allerdings ist diese Tatsache sehr leicht nachvollziehbar, denn die meisten Rundreisenden gelangen nicht so weit in den Osten Kubas und wer sich dennoch in die östlichen Provinzen wagt, für den ist Bayamo in der Regel nur eine Durchgangsstation auf den Weg nach Santiago de Cuba. Uns geht es ähnlich, denn wir sind im Grunde nur hier, um in die Sierra Maestra zu gelangen und den höchsten Berg Kubas, den Pico Turquino, zu erklimmen. Aber so ganz ohne Zeitdruck sind ein oder zwei Tage Sightseeing in der Stadt doch ganz angenehm.

In Bayamo ist alles irgendwie ruhiger, irgendwie langsamer. Motorisierte Taxen gibt es nur sehr wenige, stattdessen sind die Einheimischen auf umgebauten Fahrrädern, den sogenannten Bici-Taxen, auf der Suche nach Touristen, um sich ein paar CUC zu verdienen. Etwas fragwürdig, ob dieses Konzept aufgeht, denn es gibt gefühlt mehr Bici-Taxen als Touristen. Aber das ist ein anderes Thema.

Außerdem auffällig sind die vielen kleinen Peso-Restaurants, in denen ein Abendessen inklusive Getränk pro Person gerade mal etwa 30 CUP kostet, also umgerechnet 1,25 CUC. Aber es geht noch günstiger: In einem Lokal mit Stehtischen entdecken wir Pizza mit Paprika und Zwiebeln für 14 CUP, umgerechnet 0,58 CUC. Super Preis und einigermaßen lecker, naja … nennen wir es eher „essbar“ …

Und schon wartet das nächste Abenteuer. Die Besorgung von Trinkwasser. Man könnte ja meinen, dass in einer Großstadt an jeder Ecke Trinkwasser einzukaufen wäre. Anders in Bayamo. Über eine Stunde schlendern wir durch die Fußgängerzone und dessen Nebengassen und klappern jedes noch so kleine Mercado ab, um irgendwie an Agua naturales zu kommen. Fündig werden wir schließlich in einer Pizzeria, die im Übrigen ebenfalls gute Preise aufweisen würde, wenn es denn etwas zu essen gäbe. Wir kaufen also Wasser in einer Pizzeria, in der es jedoch keine Pizza mehr gibt. Hier in Bayamo ist einfach alles ein bisschen anders.

Kuba Rundreise - Tobi bei der Reiseplanung in Bayamo

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6 Comments Kuba Rundreise Teil 2 – Trinidad und mehr

  1. Kili 21. Dezember 2015 at 23:08

    Hi Tobi,
    du schreibst ja an anderer Stelle, das du dich meistens vegan ernährst.
    Wie ist es dir denn damit auf Kuba ergangen? War das machbar?
    Oder unmöglich vegan/vegetarisch auf Kuba durchzuziehen?

    Reply
    1. Tobi 22. Dezember 2015 at 0:03

      Hi Kili,
      absolut machbar! In den Casa Particulare gibt es immer Salate und Früchte zur Vorspeise bzw. zum Dessert. Wenn du sagst, dass du kein Fleisch/Fisch im Hauptgang möchtest, bekommst du ohne Probleme mehr Salat.

      Ich würde sogar behaupten, dass auf Kuba früher oder später jeder Deutsche zum Vegetarier wird, weil nach spätestens einer Woche niemand mehr Reis&Hähnchen und Reis&Schwein sehen kann. 😉

      Reply
      1. Tobi 22. Dezember 2015 at 0:41

        Des Weiteren gibt es insbesondere in den größeren Städten sehr viele kleine Straßenhändler, die frisches Obst und Gemüse für umgerechnet ein paar Cent direkt an der Hauptstraße oder in kleineren Gassen verkaufen.

        Reply
  2. Kili 22. Dezember 2015 at 9:20

    Danke für deine Einschätzung. Dann bin ich ja mal schon ein bisschen optimistischer.

    Reply
  3. Kili 24. Februar 2016 at 23:14

    Hi Tobi,
    zurück von Kuba – wir haben einiges von euren Empfehlungen auch nachgewandert.
    Bei uns war der Aufstieg vom Salto Caburni zurück gar nicht so schwer – wir hatten wohl rekordverdächtige niedrige Temperaturen diesen Februar in Kuba erwischt.

    Übrigens: Bei uns waren die Viazul-und Transtur-Busse auch nie wirklich kühl.
    Aber vielleicht lag auch das daran, dass die Außentemperatur nicht so hoch wie normal war.

    Reply
    1. Tobi 15. März 2016 at 19:41

      Hi Kili,
      der Klimawandel betrifft leider auch Kuba. Parallel in Malaysia war das Klima leider auch anders als in den Jahren davor. Insbesondere am Jahresanfang war die Monsunzeit an der Ostküste deutlich schwächer als zuvor.

      Aber schön zu hören, dass ihr ein paar Empfehlungen nachgewandert seid. 😉

      Reply

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